Rechtskenntnis minimiert Ausfallrisiko
Säumige Mieter bereiten Eigentümern Kopfzerbrechen

Hohe Arbeitslosigkeit, steigende Privat- und Unternehmensinsolvenzen sowie eine zunehmende Verarmung der Mieterhaushalte - die konjunkturelle Talfahrt bekommen jetzt auch Deutschlands Vermieter zu spüren.

HB GARMISCH. Nach Schätzung der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund liegen die Mietausfälle derzeit bei etwa zwei Mrd. Euro - "wobei 1,2 Mrd. auf private und 0,8 Mrd. Euro auf gewerbliche Mieter entfallen", erläutert Pressesprecher Stefan Diepenbrock. Und noch ein anderes Phänomen macht Haus & Grund zunehmend Sorgen: "Mietnomaden", die ihre Zahlungsbereitschaft nur vorspiegeln und dann so lange in der Wohnung bleiben, bis der Gerichtsvollzieher heranrückt - um sich mit derselben Masche gleich beim nächsten Vermieter einzunisten. Im Bundesjustizministerium (BMJ) ist man bereits hellhörig geworden, hält sich aber noch zurück. "Wir beobachten das Phänomen der Mietnomaden sehr genau. Konkrete gesetzgeberische Schritte sind aber nicht geplant", sagt Ministeriumssprecher Henning Plöger. Er sieht den klassischen Einmietbetrug auch eher als seltenen Fall. Die größte Ausfallquote bei den Mieten - so das BMJ - resultiere aus unverschuldeten Zahlungsschwierigkeiten infolge Arbeitslosigkeit oder anderer Schicksalsschläge. "Und diesem Problem ist mit juristischen Mitteln nur schwer beizukommen", stellt Plöger fest.

Zwei Mrd. Euro an Mietausfällen sind allerdings wahrlich kein Pappenstiel - deshalb sollten Vermieter zumindest die wichtigsten Kniffe und Tricks kennen, um sich vor säumigen Mietern zu schützen. Und die müssen schon vor dem ersten Mietausfall ansetzen, raten Experten.

Hauptursache für das Problem: Durch den mitunter hohen Leerstand an privaten und gewerblichen Mietobjekten sind viele Vermieter in nachfragearmen Regionen schon froh, wenn sich überhaupt Interessenten auf eine Anzeige melden. Um diese nicht zu vergraulen, scheuen die Hauseigentümer davor zurück, die wirtschaftlichen Verhältnisse der potenziellen Mieter näher unter die Lupe zu nehmen.

Ein grober Fehler, meinen Mietrechtler. Sie raten dazu, spätestens dann, wenn der neue Mieter mit dem Einzug die Kaution schuldig bleibt, die Reißleine zu ziehen. Im Klartext: in diesen Fällen dem neuen Mieter erst gar nicht die Wohnungsschlüssel zu überlassen.

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