"Regelmäßige Analyse ist Chefsache"
Krisenprävention macht sich auch für Mittelständler bezahlt

Fünf Fragen an Josef Mugler zum Thema Rissikomanagement auch im Mittelstand. Josef Mugler ist Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien und Mit-Autor des Handelsblatt Wirtschafts-Lexikons.

Frage: Herr Mugler, welche Bedeutung hat Risikomanagement für mittelständische Unternehmen? <(P>

Mugler: Für sie ist Risikomanagement besonders wichtig, denn sie haben wenig Chancen für einen internen Risikoausgleich. Großunternehmen mit vielen Standorten oder vielen Produkten schaffen dies leichter.

Bringt es Wettbewerbsvorteile, wenn Firmen bewusster mit Risiken umgehen?

Risikomanagement sollte nicht heißen, Risiken zu vermeiden, wo es nur geht. Gewinn entsteht letztlich aus Risiko. Um Wettbewerbsvorteile zu erzielen, kommt es darauf an, gute Risiken ins Portefeuille zu bringen und schlechte loszuwerden. Zur langfristigen Vermögenssicherung ist es wichtig, existenziell gefährdende Risiken zu erkennen, wie einseitige Abhängigkeiten von Kunden, Lieferanten und Technologien.

Was sind typische Risiken für Familienunternehmen und inhabergeführte Firmen ?

Für Familienunternehmen ist ein besonders gefährliches Risiko die Vermengung von Privatsphäre und betrieblicher Sphäre, weil dabei oft Emotionen im Spiel sind. Zudem ist es ein Risiko, dass der Eigentümerunternehmer nicht austauschbar ist. Das wird zum Problem, wenn er plötzlich als Sanierer gefragt ist, seine Fähigkeiten aber im Wachstumsmanagement liegen.

Beobachten Sie, dass sich das Bewusstsein für den Umgang mit Risiken verbessert?

Im operativen Bereich, wie etwa der Schadenverhütung oder Versicherung, ja, weil Vorschriften rigoroser geworden sind oder Geschäftspartner dies verlangen. Im strategischen Bereich habe ich Zweifel, ob nicht immer noch mehr die Emotionen als das professionelle, also das rationale Risikomanagement vorherrschen.

Was sind wichtige Erfolgsfaktoren im Risikomanagement?

So banal es klingt: Das Dringende zuerst, also Absicherung dort, wo die Existenz gefährdet sein kann, wenn etwas passiert. Schwieriger ist der Umgang mit strategischen Risiken. Dem mittelständischen Unternehmer, der sich selbst, seiner Familie und seinen Mitarbeitern verantwortlich ist, empfehle ich eine nüchterne und regelmäßige Analyse strategischer Risiken und Chancen. Er sollte für sich selbst der beste Risikoberater sein, denn strategisches Risikomanagement ist absolute Chefsache.

Die Fragen stellte Bert Fröndhoff.

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