„Regeln sollten gelten“
Pankes Zeit bei BMW läuft ab

Für den BMW-Chef läuft derzeit eigentlich alles rund: Der Autobauer fährt einen Rekord nach dem anderen ein und Helmut Panke selbst wurde kürzlich von deutschen Führungskräften zum angesehensten Top-Manager gewählt. Dennoch muss sich der Manager wohl auf einen baldigen Rückzug von seinem Amt einstellen.

HB MÜNCHEN. „Ich gebe zu, ich bin gerne Kapitän“, sagte der 59-Jährige am Mittwochabend in München. Seine Hoffnungen auf eine Vertragsverlängerung werden sich aber laut Unternehmenskreisen voraussichtlich nicht erfüllen. Der Konzern will - anders als bei Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel - keine Ausnahme von der Altersgrenze bei 60 Jahren für Führungskräfte machen.

Pankes Vertrag läuft noch bis zur Hauptversammlung im kommenden Frühjahr. Eigentlich wollte BMW eine lange Debatte um die Vertragsverlängerung vermeiden, wie es sie zum Beispiel bei VW-Chef Bernd Pischetsrieder gab. Doch seit Panke angedeutet hat, dass er gern weiter machen würde, hat sich nichts getan. Auch bei der Aufsichtsratssitzung am 23. Juli steht eine Verlängerung nicht auf der Tagesordnung. Damit geht die Hängepartie weiter. Panke verweist darauf, dass noch Zeit sei, ihn belaste die Situation nicht. „Ich wache jeden Morgen unverändert fröhlich auf und der Tag macht Spaß.“

Allerdings deutet inzwischen sehr viel darauf hin, dass BMW keine Ausnahme für den erfolgreichen Vorstandsvorsitzenden Panke von der 60er-Regel machen wird. „Wenn eine Regel da ist, sollte man sich daran halten“, sagte am Mittwochabend ungewöhnlich offen Produktionsvorstand Norbert Reithofer, einer der Nachfolgekandidaten. Der andere Kandidat, Finanz-Vorstand Stefan Krause, sagte zwar: „So eine Regel ist nicht in Stein gemeißelt.“ Allerdings fügte auch er hinzu: „Wenn sie die Regel zu oft brechen, ist sie weg.“ Grundsätzlich sei die Regel sinnvoll. „So gibt es immer wieder eine Erneuerung.“

Im Umfeld des Unternehmens wird zum einen darauf verwiesen, dass die Regelung für Hunderte von Führungskräften gilt. Wenn der Vertrag des Vorstandschefs über das 60. Lebensjahr hinaus verlängert werde, seien die Gespräche mit dem Bereichsleiter, dessen Vertrag ausläuft, schwieriger. Zudem habe sich auch der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Volker Doppelfeld 2004 vor Erreichen der Altersgrenze zurückgezogen und den Weg frei gemacht für Joachim Milberg. In Unternehmenskreisen heißt es nun, es gebe von Aufsichtsratschef Milberg klare Signale, dass für Panke keine Ausnahme gemacht wird. „Es gibt keinen Grund, diese Regel zu verlassen.“ Das Unternehmen sei auf gutem Weg, im Unternehmen gebe es genug Führungsnachwuchs. Das sieht auch Panke so: „Die Ersatzbank ist gut besetzt.“ Nach seiner Einschätzung wird der nächste Vorstandsvorsitzende - wie bei BMW bisher immer - aus dem Kreis des Vorstands kommen.

Auch wenn Panke andeutet, dass er gern weiter machen würde, sieht er die Situation nach eigenen Angaben entspannt. „Ich werde nicht am nächsten Tag im Bett liegen und denken: O Gott, was mache ich jetzt.“ Allerdings klingt auch ein wenig Wehmut durch, wenn er an die zahlreichen Stationen seiner 24 Jahre bei BMW erinnert. „Da wird immer eine Bindung im Herzen da sein.“

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