Regisseur Peter Jackson
Der King Kong von Hollywood

Seien wir ehrlich: Von einem der mächtigsten Männer Hollywoods erwartet man, nun, eine etwas angenehmere Optik. Doch Erwartungen sind Peter Jackson nun mal herzlich egal, er trägt dasselbe T-Shirt auch gerne mal an vier Tagen in der Woche. Auch die Sache mit der täglichen Rasur trifft bei ihm nicht auf Begeisterung: „Warum denn? Ich fühle mich so wohl in meiner Haut“, sagt der 44-jährige Starregisseur aus Neuseeland.

HB LOS ANGELES. Worüber er nicht so gerne spricht: seine Millionen, die ihm der Megaerfolg der „Herr der Ringe“-Trilogie eingebracht hat. „Der hat so viel Kohle mit uns verdient, davon kann er Bagdad ganz alleine wieder aufbauen“, sagt ein Jurist von New Line Cinema, der lieber ungenannt bleiben möchte. Ein aufgebrachter Jurist, sollte an dieser Stelle vielleicht hinzugefügt werden.

Denn Jackson, dessen neues Werk „King Kong“ am 14. Dezember in die deutschen Kinos kommt, fühlt sich hintergangen von den New-Line-Bossen, einer Tochter des Mediengiganten Time Warner. So hintergangen, dass er das Studio kurzerhand verklagte. Rund 100 Millionen Dollar will er. Bisher hat er nach Branchenmeinung durch die Fantasy-Geschichte um die Hobbits und den einen Ringe, der alle knechten soll, bereits 200 Millionen Dollar kassiert.

Jene 100 Millionen Dollar aber stünden Jackson auch noch zu, meinen seine Anwälte. New Line soll sich das Geld durch ein kompliziertes Verteilersystem in die eigenen Taschen gewirtschaftet haben. „Mr. Jackson fühlt sich frank und frei beschissen von New Line“, sagt sein Rechtsbeistand Peter Nelson. Habe das Studio doch den Verkauf von DVDs und anderen Produkten der Oscar-gekrönten Trilogie still und heimlich Subunternehmen von Time Warner zugeschustert, statt auf dem gesamten Markt nach Partnern zu suchen, um so den „optimalen Marktwert“ herauszuholen. Deshalb fielen die Bruttogesamteinnahmen deutlich geringer aus, als sie „bei einem fairen Wettkampf um die Vermarktungsrechte hätten ausfallen können“, argumentiert Nelson.

Time Warner stört das weniger, schließlich bleibt mehr Geld im Konzern. Für den Regisseur aber, der an den Einnahmen beteiligt ist, geht es um den gesamten Umsatz, der mit Film und Nebenprodukten erzielt wird.

„Ich bin stinksauer“, soll Jackson auf dem Set von „King Kong“ seinen engsten Mitarbeitern anvertraut haben. So sauer, dass der Filmemacher bei seinem neuen Projekt vorgesorgt hat.

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