Reiche Russen

Oligarchen verlieren zehn Milliarden – in zwei Tagen

Die Krise in Russland trifft auch die Superreichen. In kurzer Zeit schmilzt das Vermögen der Milliardäre zusammen. Ein Oligarch hat fast sein gesamtes Geld verloren. Aber es gibt auch Gewinner.
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Wladimir Jewtuschenkow war einst der reichste Russe. Jetzt ist er um neun Milliarden Dollar ärmer. Quelle: dpa

Wladimir Jewtuschenkow war einst der reichste Russe. Jetzt ist er um neun Milliarden Dollar ärmer.

(Foto: dpa)

MoskauDer Absturz des Rubels und der Einbruch am Aktienmarkt macht die russischen Oligarchen ärmer. Allein in dieser Woche haben die 20 reichsten Russen rund zehn Milliarden Dollar verloren, wie der Bloomberg Billionaires Index zeigt. Im gesamten Jahr haben die Milliardäre zusammen 62 Milliarden Dollar verloren.

Die russische Währung ist seit Monaten unter Druck, weil die Wirtschaft des Landes unter dem anhaltenden Ölpreisverfall wie auch unter den westlichen Sanktionen infolge der Ukraine-Krise leidet. Seit Jahresbeginn hat der Rubel rund 50 Prozent an Wert verloren. Ebenso stark ist der russische Aktienmarkt gefallen.

Größter Verlierer ist Leonid Mikhelson: Sein Vermögen schrumpfte seit Jahresbeginn um 8,7 Milliarden Dollar. Der 59-Jährige ist Vorstandsvorsitzender von Novatek, Russlands zweitgrößtem Erdgasproduzenten. Laut der Bloomberg-Rangliste beträgt sein Vermögen immer noch 9,2 Milliarden Dollar.

Auf 7,8 Milliarden Dollar beläuft sich der diesjährige Vermögensverlust bei Gennadi Timtschenko, 62, dem 23,5 Prozent an Novatek gehören. Timtschenko ist ein Vertrauter von Präsident Wladimir Putin und wurde von den personenbezogenen Sanktionen der USA im März getroffen. Sein Nettovermögen liegt bei 3,2 Milliarden Dollar.

Die drittgrößten Verluste hatte Wladimir Lisin, 58, Vorsitzender und größter Aktionär von Novolipetsk Steel. Der Aktienkurs des Stahlkonzerns ist dieses Jahr um 42 Prozent gefallen. Lisins Vermögen schmolz um 7,5 Milliarden Dollar ab.

Alischer Usmanow verlor seinen Rang als reichster Russe mit einem Verlust von 6,8 Milliarden Dollar. Der 61-Jährige besitzt mehr als 20 Prozent von MegaFon, Russlands zweitgrößtem Mobilfunkanbieter, der auf Kursverluste von 58 Prozent kommt. Gemildert wurden Usmanows Verluste durch Gewinne bei den chinesischen Technologiefirmen Alibaba Group Holding und JD.Com.

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13 Kommentare zu "Reiche Russen: Oligarchen verlieren zehn Milliarden – in zwei Tagen"

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  • Ja, das sind Tatsachen!
    Dasselbe gilt z.B. für China, es gibt überwiegend Arme aber einige Wenige investieren ihr nicht erarbeitetes Vermögen ("ich bescheiße und bestehle jeden") fast vollständig im westlichen Ausland

  • "...Bin schon baff, woher die West Presse das weiss!..."

    Ist doch egal ob es so ist oder nicht. Es wird einfach mal behauptet, wie alle Vorwürfe gegen Russland seit Monaten. Beweise brauchts in Deutschland nicht - man glaubt Lügnern, die angeblich Massenvernichtungswaffen im Irak gesehen haben wollen.

  • Kleine Anmerkung; sie hätten mal den fähigsten Jüdischen Unternehmer im Dritten Reich fragen sollen in Deutschland zu dieser Zeit ein Unternehmen zu gründen.

  • @Bauer. Sehen Sie Herr Bauer, wir sind alle nur Spielfiguren eines Höheren Plans. Die einen werden eingesetzt um destruktiv ,die anderen um konstrutiv zu agieren. Wann dies ist hat keiner in der Hand, auch wenn sich diejenigen, bei denen es gerade klappt, natürlich etwas anderes einbilden... Am Ende steht in diesem Universum nur unendliche Mutation.

  • Also funktioniert in Rußland der Markt.

    In USA, EU, Japan und China ist das nicht der Fall.
    Dort nämlich werden solche Marktreaktionen nicht zugelassen.
    Dafür dürfen dann die Steuerzahler für die vom Markt bewahrten Verluste aufkommen.

    So scheint in Rußland die Verantwortung noch bei den Kapitaleigners zu liegen, die Verluste auch selber tragen müssen.
    Anderswo bleibt es dabei: die Gewinne liegen beim Investor - Verluste werden verstaatlicht.

  • @Moritz
    Ein schönes Klischee. Damit kann man lange in seiner Nische leben.

  • Solche Glücksritter, wie die Russischen Oligarchen, gab es schon in den achtziger Jahren. Nur hießen sie damals anders. Adnan Khashoggi, Akira Akagi, Werner K. Ray, Alan Bond um nur einige zu nennen. Was sie für ein Ende genommen haben kann jeder selbst nach forschen.
    Das Problem dieser Herren ist dass sie nicht durch konstruktives Talent (und damit Schaffung neuer Produkte) und Können zu ihrem Reichtum gekommen sind sondern durch Diebstahl, Betrug und falsche Versprechungen sich das Geld anderer einverleibt haben. Ihre Achillesferse ist aber ihr Geltungsdrang, der sie immer unvorsichtigen werden lässt und am Ende immer zu hoher Verschuldung (auch zur Finanzierung ihres auch Minderwertigkeitskomplex beruhenden ausschweifenden Lebens) und damit zu ihrem Niedergang führt.

  • Wie tief kann das HB noch sinken. Sich solchen Zahlenspielen hinzugeben zeugt von totaler Ignoranz wirtschaftlicher Zusammenhänge oder tendenzieller Verdummung der noch verbliebenen Leser.

    Zum Rubel: dessen Wertverlust als Devise ist im Inland nicht fühlbar. Im Gegenteil, R erzielt dank des minderen Rubelkurses immer noch annähernd dieselben Erlöse aus dem Ölverkauf, in Rubel gerechnet. Das zählt, denn der Staatshaushalt lautet auf Rubel, und nicht auf $ oder €. Die Luxusimporte gehen zurück, Mercedes weint, aber es ist trotzdem gesund. Dann verkürzen sich eben in China die Lieferfristen für deutsche Autos.

    Zu den sogenannten 'Oligarchen': Warum eigentlich ständig dieses Schmähwort für Unternehmer? Als solcher interessiert einen der Börsenkurs nur am Rande, solange man Herr im Haus ist. Wenn da ein paar Trittbrettfahrer absaufen, umso besser. Die Kreditfähigkeit wird ohnehin im Kreml entschieden und nicht an der Börse.

    Zu R insgesamt: Von der niederen Verschuldungsrate R's können andere nur träumen (gell, Mr. Obama oder Frau Merkel oder M. Juncker). Die Abwertung des Rubel beschleunigt die Konversion in einen unabhängigeren Industriestaat. Das know-how ist in R vorhanden, nur interessierte sich bisher keiner dafür, es in Industrieprioduktion umzusetzen, da im Rohstoffsektor das Geld auf der Straße lag. Das wird sich jetzt schnell ändern. Die Sanktionen sind das sicherste Konjunkturprogramm, ohne daß der Staat dafür groß zahlen müßte.

    Krieg: wird es nicht geben. Putin pokert nicht, er weiß was er tut. Und so wie es bis jetzt aussieht, wird er den längeren Atem haben.

  • Wieso eigentlich Mrd. DOLLAR? Wenn das Geld in Dollar angelegt war, hat es keine Verluste gegeben und wenn es in Rubel angelegt war, hat man Rubel verloren. Oder hat man Rubelverluste in Dollar umgerechnet? Warum?
    Aber, es gab schon schlimmere Zeitungsenten.

  • Wann erfolgt der Spendenaufruf für a l l e Oligarchen???

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