Reinhard Clemens
Der große Motivator

Um die Geschäftskundensparte der Telekom zu retten, muss der neue T-Systems -Chef Reinhard Clemens einen schwierigen Balanceakt riskieren. Er muss eine harte Sanierung durchsetzen und gleichzeitig den T-Systems -Mitarbeitern wieder Mut machen - eine Herkulesaufgabe.

FRANKFURT/BERLIN. Locker und mit geradem Rücken steht er auf der Bühne des Telekom -Hauptstadtbüros. Reinhard Clemens, seit wenigen Wochen Chef von T -Systems, ist in seinem Element, ist doch Überzeugungskraft gefragt und davon jede Menge. Es geht um die Zukunft von T -Systems, Ideen für mehr Wachstum bei der kriselnden Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom - angesichts von schwindendem Umsatz und immer neuen Rettungskonzepten kein leichtes Unterfangen.

Clemens geht in solchen Situationen gerne zum Angriff über, nennt das Kind beim Namen. "Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welch großen Vorteil der oft so verhöhnte Beamtenapparat für uns hat?" fragt er die anwesenden Journalisten. Und liefert die Antwort sogleich nach. Die Staatsdiener seien keineswegs nur eine Last, sondern im Gegenteil eine "unique selling proposition" - ein einmaliges Verkaufsargument. Seien sie doch gerade für sicherheitsrelevante Aufgaben bei Behörden prädestiniert. "Das kann sonst niemand", behauptet Clemens. So unaufgeregt und überzeugt sagt er das, dass man das sogar glauben möchte.

Clemens hat eine klare Vorstellung von dem Weg, den T -Systems einschlagen soll. Der "Neue" favorisiert nach Angaben aus Konzernkreisen eine Kooperation mit einem indischen IT-Dienstleister, ohne den an T -Systems zu beteiligen. Damit weicht er von dem Konzept ab, das Konzernchef René Obermann sich für die Sparte überlegt hatte. Der wollte große Teile daraus in ein Joint Venture einbringen, bei dem die Telekom sich sogar mit einem Minderheitsanteil zufrieden gegeben hätte.

Dass Obermann den erneuten Strategiewechsel durchgehen lässt, zeigt, wie überzeugend Clemens sein muss. Darin unterscheidet er sich von seinem Vorgänger Lothar Pauly. Der ehemalige Siemens -Manager galt nicht als ausgewiesener IT-Experte und hatte im Telekom -Vorstand offenbar kein gutes Standing. Im vergangenen Juni trat er unter Hinweis auf seine möglichen Verstrickungen in den Siemens -Schmiergeldskandal ab.

Seite 1:

Der große Motivator

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%