Reinraumtechnik
Chef, Dozent und Opernsänger

Mit seiner Diplomarbeit zur Reinraumtechnik legte Andreas Machmüller den Grundstein seiner Karriere. Das war 1984. Heute doziert der 49-jährige Unternehmer an der Fachhochschule Gießen-Friedberg.

KÖLN. Als Susanne Kohl von der Fachhochschule Gießen-Friedberg beim Kultusministerium des Landes Hessen anrief, war sie schockiert. Eine Dozentenstelle für die Reinraumtechnik wollte sie beantragen - für ihren Fachbereich Maschinenbau, Mikrotechnik, Energie- und Wärmetechnik. "Und die denken, ich rede von Putzfrauen", erzählt Kohl, "das war hier der Riesenlacher". Die Suche nach geeignetem Personal gestaltete sich derart schwierig, dass die Studenten rund zwei Jahre auf Ausführungen zu Klimaanlagen, Kontaminationen und Keimen verzichten mussten. Der Reinraum, eine Grauzone.

Inzwischen hat sich aber doch jemand gefunden, der den Nachwuchs unterrichten kann: Er heißt Andreas Machmüller, ist Diplom-Ingenieur, einer von drei Geschäftsführern des Unternehmens Micro Clean Room Technology (MCRT) - und wirkt mit seinem Münchner Dialekt überaus charmant.

Dem Ruf der Hochschule folgt der 49-Jährige auch deshalb, weil er den Stellenwert der Reinraumtechnik stärken möchte. Ob im Fachausschuss Reinraumtechnik des VDI, in internationalen Gremien, die sich mit der molekularen Kontamination der Luft beschäftigen oder im Heuchelheimer Firmensitz bei Gießen: Für den Unternehmer sind reine Räume mehr als nur ein Ort zum Arbeiten. "Die Themen sind umfangreich und spannend, ständig gibt es Innovationen. Im Moment zum Beispiel im Nanobereich bei der Partikeltechnik. Und man kann Forschung und Anwendung vermischen", schwärmt Machmüller.

Schon mit seiner Diplomarbeit im Studiengang Versorgungstechnik an der Fachhochschule München spezialisierte sich Machmüller auf die Reinraumtechnik, 1984 fing er in der Reinraumplanung bei Siemens an, wechselte dann zu einer großen Klimatechnikfirma, die sich in Großprojekten verzettelte und verkauft wurde. Auch in der südhessischen Firma, bei der Machmüller anschließend arbeitete, gab es Probleme - sie musste Insolvenz anmelden. "Da sind jede Menge kaufmännische Fehler passiert", erzählt der Mittelständler.

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