Rentenalter der Bosse
Mit 65 ist noch nicht Schluss

Wann gehen Deutschlands Bosse eigentlich in Rente? Während Arbeitnehmer nach dem Willen der Bundesregierung künftig zwei Jahre länger bis 67 arbeiten werden, gibt es bei den Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern keine einheitliche Regelung. Der „Fall Panke“ entfacht nun eine rege Diskussion, wann Manager in Rente gehen müssen.

DÜSSELDORF. Einen Tag nach seinem 60. Geburtstag wird BMW-Chef Helmut Panke zum 1. September den Vorstandsvorsitz an Produktionsvorstand Norbert Reithofer übergeben. Eigentlich wäre Pankes Vertrag noch bis zur Hauptversammlung im Frühjahr 2007 gelaufen. Gern hätte er verlängert. Doch der Aufsichtsrat pochte auf eine interne Altersgrenze von 60 Jahren und entschied sich für den Wechsel.

„Wir sind gegen pauschale Altersbegrenzungen“, sagt Walter Jochmann, Geschäftsführer der Managementberatung Kienbaum. Nicht das Lebensalter, sondern Kriterien wie Erfolg, erreichte Ziele und körperliche Fitness sollten für den Aufsichtsrat maßgeblich sein, ob er den Vertrag mit seinem Vorstandschef verlängert. „Die hohe Belastung von häufig 60 bis 80 Wochenstunden ist nichts für angeschlagene Persönlichkeiten. Doch das trifft für Jüngere genauso zu“, sagt Jochmann. Ginge es nach ihm, hätte Panke „seine hervorragende Arbeit“ fortsetzen können.

Gegner von Altersbegrenzungen setzen stärker auf den individuellen Zuschnitt jedes einzelnen Unternehmens und seiner Manager. „Bevor jemand mit 60 rausmuss und es keinen geeigneten Nachfolger gibt, soll der Chef lieber weitermachen“, sagt Jochmann. Auch in strategisch wichtigen Etappen, wie sie derzeit beispielsweise der Energieriese Eon mit den Verhandlungen um die Übernahme des spanischen Wettbewerbers Endesa erlebt, wäre ein Wechsel nicht sinnvoll. Der deutsche Versorger steht indes nicht vor solch einer Entscheidung. Wulf Bernotat ist erst 57 Jahre alt.

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