Restrukturierung:
„Ernst der Lage noch nicht erkannt“

Viele Unternehmenschefs wiegen sich zu sehr in Sicherheit. Weil die Geschäfts zur Zeit noch gut gehen, kümmern sie sich wenig um Kostensenkung. Und: Sie glauben, dass die Finanzkrise ihr Geschäft nicht tangiert. Ein Irrtum?

Ducken und hoffen, dass das Unwetter vorüber zieht – so scheinen viele deutsche Unternehmenschefs über die aktuelle Finanzkrise zu denken. Eine große Zahl von ihnen glaubt zwar, dass die Auswirkungen der Subprime-Krise die Welt bewegen, die Konjunktur bremsen und Kredite erschweren könnten. Doch nur die wenigsten gehen davon aus, dass ihr eigenes Unternehmen davon stark betroffen sein wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger bei mehr als 800 Vorständen und Geschäftsführern in Deutschland, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Danach glauben 90 Prozent der Befragten, dass die Subprime-Krise vor allem ein Problem der Finanzdienstleister sei. Nur neun Prozent erwarten starke Auswirkungen auf das eigene Unternehmen.

Entsprechend wenig Bedarf sehen Unternehmen derzeit für Restrukturierung und Kostensenkung. Ein Fehler? „Die Unternehmen wiegen sich zu sehr in Sicherheit“, sagt Max Falckenberg, Partner bei Roland Berger die Ergebnisse. Er leitete die Untersuchung, in der die Beratung zum vierten Mal in Folge Entscheider aus 15 Branchen zum Thema Restrukturierung befragte.

Experten raten Firmen, Restrukturierung als Dauerthema auf die Strategie-Agenda zu setzen. „Seit Beginn dieses Jahrtausends müssen Unternehmen ständig restrukturieren, wenn sie ganz vorne mitspielen wollen“, erläutert Falckenberg. Ein Grund dafür ist, dass sich das Wettbewerbsumfeld heute viel schneller verändert und Strategien eine immer kürzere Lebenszeit bekommen.

Doch viele Unternehmen gehen eine Neuordnung erst an, wenn eine Krise bereits deutlich spürbar ist – und müssen dann umso tiefer einschneiden. Besser vorbereitet auf allgemeine Krisen sind hingegen die Firmen, die auch in Boomzeiten Kostensenkung und Restrukturierung vorantreiben.

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