Restrukturierungsprogramm wird fortgeführt
Nordex-Vorstandschef tritt ab

Der vor rund einem Monat angetretene Vorstandschef des Windenergieanlagen-Herstellers Nordex, Stefan Klebert, hat überraschend sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Reuters FRANKFURT. Nordex teilte am Freitagabend mit, Klebert habe persönliche Gründe für diesen Schritt. Nordex werde auch mit Unterstützung des Großaktionärs WestLB das Restrukturierungsprogramm fortsetzen. Darüber hinaus prüfe das im Technologieindex TecDax gelistete Unternehmen eine weitgehende strategische Neuausrichtung, die mittelfristig greifen solle.

Der 37-jährige

Diplom-Maschinenbau-Ingenieur Klebert war Nachfolger des Mitte Februar beurlaubten Dietmar Kestner und hatte seinen Posten Ende Juli angetreten. Er war zuvor Vorsitzender der Geschäftsführung der Haushahn-Gruppe und Geschäftsführer der Schindler Deutschland Holding.

Erst einmal werde Finanzchef Thomas Richterich zusammen mit Vertriebsvorstand und Großaktionär Carsten Pedersen das Unternehmen führen, sagte ein Sprecher. Langfristig werde dann wieder nach einem neuen Vorstandschef gesucht, um die beiden anderen Vorstände zu entlasten. In Branchenkreisen hieß es, der Grund für den Rücktritt von Klebert liege in unterschiedlichen Auffassungen über die künftige Unternehmensstrategie. Nordex gelte schon seit über einem Jahr als Übernahmekandidat. Als Interessenten seien vor allem Kraftwerksbauunternehmen aus Deutschland und den USA ins Gespräch gekommen. Klebert habe einen Machtverlust befürchtet, falls der Konzern nach einer erfolgreich abgeschlossenen Restrukturierung übernommen werde.

Die Restrukturierung soll nach Aussage des Sprechers frühestens 2004 abgeschlossen werden. Die WestLB, die 30 Prozent an Nordex hält, habe nicht vor, ihren Anteil vor Abschluss der Sanierung zu veräußern, ergänzte der Sprecher.

Erst vor zwei Tagen hatte Nordex die für vergangenen Donnerstag geplante Veröffentlichung seiner Quartalszahlen verschoben. Bei einer Plausibilitätsprüfung der Zahlen seien Fragen aufgetaucht, hatte ein Sprecher begründet. Die Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal und die Telefonkonferenz mit Analysten sind nun stattdessen für den 5. September geplant. An der Tendenz der Prognose habe sich aber nichts geändert, hatte der Sprecher versichert.

Nordex hatte vor rund zwei Wochen seine Prognose für das Gesamtjahr 2002/2003 wegen unerwartet schwacher Auftragseingänge gesenkt. Das dritte Quartal sei aber nach Plan verlaufen, hatte Nordex damals mitgeteilt. Nach der Meldung stieg die Aktie um rund 2 Prozent auf 94 Cent.

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