Rettungsplan für Airline
Choleriker als Alitalia-Sanierer

Er selbst bezeichnet sich als "visionären Choleriker": Roberto Colaninno soll die angeschlagene Alitalia wieder flott machen. Insgesamt will der Ex-Olivetti-Chef zusammen mit einer Investorengruppe eine Milliarde Euro in die Airline stecken.

MAILAND. Stellen Sie nicht so blöde Fragen" schnauzte Roberto Colaninno einst den Korrespondenten einer renommierten britischen Wirtschaftszeitung an. Journalisten mag er nicht, der Chairman des Vespa-Herstellers Piaggio. Das wird sich kaum ändern, wenn der "Ragioniere", der nüchterne Buchhalter Colaninno, zum Chairman mit "weitreichenden operativen Befugnissen" der neuen Alitalia avancieren wird.

Den ersten Schritt für ein Revival der Alitalia hat er bereits veranlasst: Er leitete Kontakte mit der französisch-niederländischen Airline Air France-KLM ein. Denn eine strategische Partnerschaft mit einer internationalen Fluggesellschaft nannte er als klare Voraussetzung für seine 200 Mill. Euro Investition bei Alitalia.

So sieht es der Rettungsplan der Fluggesellschaft vor, den gestern insgesamt sechzehn in- und ausländische Unternehmen präsentierten. Sie wollen eine Mrd. Euro in die neue Alitalia " Compagnia aerea italiana" investieren. Roberto Colaninno ist mit einem Fünftel der größte Aktionär. Er wurde von seinen Geschäftspartnern zum Präsidenten, sein Weggefährte Rocco Sabelli zum CEO ernannt. Die Investorengruppe gleicht einer Riege von Patrioten: Unter ihnen sind Benetton, Francesco Caltagirone über den Baukonzern Caltagirone, Marco Tronchetti Provera über Pirelli oder Emma Marcegaglia über ihr Stahlunternehmen Marcelgaglia.

Sie wollen Alitalia nun unter eine Art Gläubigerschutz stellen. Der Ministerrat will heute das dafür zuständige Gesetz "Marzano" auf die Bedürfnisse der Airline zuschneiden. Die gesunden Teile der Alitalia, die Flugtätigkeiten sollen ausgegliedert und in die neugegründete Cai eingebracht werden. Diese soll mit der nationalen Fluggesellschaft Air One fusionieren. Die verlustbringenden Geschäftsfelder mit bis zu 7 000 überschüssigen Beschäftigten verbleiben in der "Bad company".

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