„Reverse Engineering“
Wenn Produzenten rückwärts denken

"Reverse Engineering" ist für die Produktentwicklung zu einem wichtigen Hilfsmittel geworden. Vor allem dort, wo die Gestaltung eine verkaufsentscheidende Rolle spielt, setzen immer mehr Hersteller auf das Verfahren, bei dem Modelle "rückwärts entwickelt" werden.

HAMBURG. Moderne Triebwerksschaufeln müssen exakt ausgearbeitet sein - jeder Millimeter Abweichung kann den Verbrauch der Turbine erhöhen, oder die Schaufel auf Dauer sogar zerstören, weil die heißen Gase nicht wie geplant über das Material strömen. Die geschwungenen Formen der Bauteile lassen sich aber nur schwer vermessen. Deshalb scannen die Qualitätsprüfer von Herstellern wie MTU ihre Turbinenschaufeln einfach, erstellen eine "Punktwolke" im Rechner - und machen daraus schließlich einen dreidimensionalen, digitalen Nachbau.

Dann lässt sich das gescannte 3-D-Modell über das ursprüngliche Konstruktionsmodell legen, erklärt Hans Pews, -Ulrich beim Konstruktionsdienstleister Teccon für den Bereich Reverse Engineering zuständig. "Und man erkennt sofort, inwieweit sich die Konturdaten von einander abweichen."

"Reverse Engineering" bedeutet "rückwärts entwickeln" oder "nachbauen", und es dient nicht nur der Qualitätssicherung. Das Verfahren lässt sich auch für die Schadensprüfung nutzen, erklärt Pews: Auch hier werden zwei 3D-Modelle übereinander geschoben - das des beschädigten Objekts und das ursprüngliche. Nur suchen Techniker hier nach Schäden statt Produktionsfehlern.

"Reverse Engineering ermöglicht moderne Ingenieursprozesse", sagt Horst Vogt vom Softwarehersteller Icem. Und so wird es inzwischen auch in der Produktentwicklung eingesetzt. Vor allem dort, wo die Gestaltung eine verkaufsentscheidende Rolle spielt, setzen Hersteller auf Reverse Engineering.

Designer arbeiten oft mit Modellen, weil es ihnen leichter fällt, an dem realen, greifbaren Objekt die Qualität des Designs zu beurteilen. "Die Entwürfe werden dann abgescannt. Und schon bevor die Entwicklung abgeschlossen ist der Berechnung als 3-D-Modell übergeben", sagt Vogt. Konstruktion und Strömungsberechnungen können so schon parallel ablaufen.

Seite 1:

Wenn Produzenten rückwärts denken

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%