Rezension Burkhard Schwenker: Gefährlich: Wenn Alphatiere sich für unfehlbar halten

Rezension Burkhard Schwenker
So klappt's auch mit der Führung

Gefährlich: Wenn Alphatiere sich für unfehlbar halten

Natürlich ist auch er überzeugt, dass je nach Phase (Gründung, Wachstum, Reife) andere Schwerpunkte gesetzt werden müssen in der Führung. Aber vor allem hält er dagegen, dass Firmen wie in der Management-Literatur oft gezeigt, auch ein unweigerlicher Tod drohe. Klar, von einem Unternehmensberater erwartet man auch keine andere Sicht der Dinge – sonst dürfte sein Geschäft schlecht laufen.

Zum richtigen Zeitpunkt das Unternehmen zu verkaufen, darin zeige sich jedoch "wahres Unternehmertum und gute Führung". Auf diesem Weg könnten Firmen quasi dem Tod von der Schippe springen, wenn sie zur Erkenntnis kommen, dass sie selbstständig nicht weiter kommen.

Doch externe Hilfe etwa durch Unternehmensberater ist nicht unbedingt die zwingende Lösung, um besser zu werden, klingt zwischen Schwenkers Zeilen an. In einer von ihm erwähnten Umfrage unter den Roland-Berger-Partnern heißt es , dass sie Mängel beim „operativen Handwerkszeug“ für nur bedingt existenzbedrohend in Unternehmen halten. Das ist insofern überraschend, als es genau das Feld ist, in dem Unternehmensberater meistens aktiv werden.

Gefährlich werde es hingegen, wenn „Alphatiere sich für unfehlbar halten“, „fehlende Selbstreflexion“ sich verbreitet, „keine Konfliktfähigkeit auf Topebene“ herrscht, es „übergroße persönliche Ambitionen“ gibt oder „kein Vorleben von Werten“ stattfindet. Die Schulung der Persönlichkeit trägt demnach mindestens so viel zum nachhaltigen Firmenerfolg bei wie das Beherrschen betriebswirtschaftlicher Fragen und von Unternehmensprozessen.

Fazit: Für Leser, die einen Einblick in die Denke von Top-Managern gewinnen wollen, ist das Buch durchaus lesenswert. Für den Alltag von Kleingründern oder Abteilungsleitern hingegen sind die Ratschläge Schwenkers wenig konkret. Aber man soll sich ja immer kleiden für den Job, den man noch nicht hat. Und da kann man ja auch mal lesen, was Manager lesen, deren Job man vielleicht mal gerne mal hätte.

Bibliografie:
Burkhard Schwenker, Mario Müller-Dofel
Gute Führung
(Ein Essay und Interviews)
BrunoMedia Verlag, Köln 2012

140 Seiten

 

Seite 1:

So klappt's auch mit der Führung

Seite 2:

Weitere gestandene Manager geben Ratschläge

Seite 3:

Gefährlich: Wenn Alphatiere sich für unfehlbar halten

Kommentare zu "So klappt's auch mit der Führung"

Alle Kommentare
  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Viel wahres im Artikel. Zusätzlich würde ich noch ein Ende der Basta-Kultur fordern. Viele Manager wollen Erfolg einfach anordnen und hören nicht auf ihre sachkundigen Untergebenen. Erfolg kann man nicht anordnen und wenn die eigenen Leute Zweifel an Umsetzbarkeit oder Terminen haben, sollte man seine Leute gefälligst ernst nehmen. Die Leute sind nicht faul und müssen angetrieben werden, die Leute wollen einfach nur erfolgreich und möglichst fehlerlos für die Zukunft des Unternehmens und somit ihre eigene Zukunft arbeiten. Das braucht eben manchmal mehr Zeit und Ressourcen als sich so mancher Manager oder Unternehmensführer vorstellt.

  • wir brauchen Schaf Hirten in den nächsten Jahren...
    und das fängt schon bei den ganz kleinen an!

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