Rezension Burkhard Schwenker: So klappt's auch mit der Führung

Rezension Burkhard Schwenker
So klappt's auch mit der Führung

Wer als Chef erfolgreich sein will, muss ein wenig eierlegende Wollmilchsau sein, glaubt man dem Buch von Roland-Berger-Aufsichtsratschef Burkhard Schwenker. Auch Berater scheinen nur bedingt helfen zu können.

DüsseldorfRoland Berger ist der Mentor, dem Burkhard Schwenker seine Karriere bei der Strategieberatung zu verdanken hat. Und als Aufsichtsratschef hat Schwenker sich dran gesetzt, seinem Ziehvater zum 75. Geburtstag ein Werk über gute Unternehmensführung zu widmen. Das Werk solle Bergers „intellektuellem Anspruch gerecht“ werden, schreibt Schwenker, und aufstrebenden Managern Tipps an die Hand geben, wie sie erfolgreich eine Firma gründen, zu Wachstum treiben und einen Tod verhindern.

An Plattitüden kommt allerdings auch Schwenker nicht vorbei. Ein obligatorisches Goethe-Zitat findet sich und auch Albert Einstein wird zum Besten gegeben. Aber der Berater der großen deutschen Konzerne bietet auch überraschende Einsichten. Denn zu den drei wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Führungspersönlichkeiten zählt für ihn auch: Glück. Allerdings tendiere der dazu, Glück zu haben, der „offen für neue Chancen ist, sich beharrlich für seine Ideen einsetzt, sich nicht entmutigen lässt“.

Außerdem bedarf es laut Schwenker selbstverständlich exzellentem Handwerkszeug, also etwa dem gekonnten „Umgang mit modernen Planungs- und Entscheidungsinstrumenten“. An Bedeutung habe jüngst aber vor allem der dritte von ihm geschätzte Baustein gewonnen: die persönlichen Eigenschaften des Managers.

Die Begründung für den Bedeutungszuwachs der Persönlichkeit: Die vergangenen Jahren hätten gezeigt, dass der klassische Strategieprozess hinterfragt werden müsse. „Die Dynamik nimmt zu, die Unübersichtlichkeit steigt, Unsicherheit wird zur Ungewissheit.“ Brutale Konjunkturschwankungen stellten die an langfristige Planungen gewöhnten Unternehmen vor große Herausforderungen. Das Versiegen gewohnter Geldquellen und der harte Kampf um Finanzierungen wird nicht mehr im Jahrestakt ausgefochten, sondern in immer kürzeren Abständen.

„Erst analysieren, dann ein Konzept entwickeln, dann entscheiden, dann umsetzen – [das] funktioniert heute nicht mehr“, schreibt Schwenker. Das große Thema sei vielmehr: „Wie gelingt eine langfristige Orientierung auf allen Ebenen des Unternehmens? Wie kriege ich meine Leute dazu, dass sie mir folgen wollen?“

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