Rezension Burkhard Schwenker: Weitere gestandene Manager geben Ratschläge

Rezension Burkhard Schwenker
So klappt's auch mit der Führung

Weitere gestandene Manager geben Ratschläge

Antworten geben in dem Buch außer Schwenker auch Freunde Roland Bergers, die selbst erstaunliche Management-Karrieren hingelegt haben. In Interviews, die der Wirtschaftsjournalist Mario Müller-Dofel geführt hat kommen zu Wort: Jürgen Hambrecht, Ex-Vorstandschef von BASF, Franz Fehrenbach, nach vielen Jahren an der Geschäftsführungsspitze von Bosch jetzt dessen Aufsichtsratschef, Linde-Chef Wolfgang Reitzle und der Ex-Roland-Berger-Partner und Gründer des Kundenbindungsprogramms „Payback“, Alexander Rittweger.

Fehrenbach etwa plädiert für die dezentrale Organisation von Unternehmen: „Wir haben unseren Mitarbeitern in der Finanzkrise sehr viel unternehmerische Freiheit gegeben. Das Mehr an Eigenverantwortung hat sie extrem motiviert und dazu beigetragen, dass Bosch gut und schnell aus der Krise kam.“ Der Ex-Bosch-Chef gibt sich dabei auch selbstkritisch.

Denn leider geschehe es ihm auch „ab und zu“, dass wenn ein beherrschbares Risiko eingegangen wurde und dabei etwas schief geht „Führungskräfte vor allem ihren Unmut über den Misserfolg“ ausdrückten. „Ich glaube, es ist oft weniger der vermeintlich mangelnde Mut von Mitarbeitern, der die Dynamik in Unternehmen bremst, sondern eher die falsche Reaktion von Führungskräften auf Misserfolge.“

Schwenker argumentiert – auch vor dem Hintergrund der erwähnten Interviews – entgegen der immer wieder vertretenen Meinung, dass ein Unternehmen zu einer bestimmten Phase auch einen bestimmten Manager-Typus benötige. Es komme viel mehr darauf an, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und mit solchen Personen zu umgeben, die diese Schwächen kompensierten.

Kommentare zu "So klappt's auch mit der Führung"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Viel wahres im Artikel. Zusätzlich würde ich noch ein Ende der Basta-Kultur fordern. Viele Manager wollen Erfolg einfach anordnen und hören nicht auf ihre sachkundigen Untergebenen. Erfolg kann man nicht anordnen und wenn die eigenen Leute Zweifel an Umsetzbarkeit oder Terminen haben, sollte man seine Leute gefälligst ernst nehmen. Die Leute sind nicht faul und müssen angetrieben werden, die Leute wollen einfach nur erfolgreich und möglichst fehlerlos für die Zukunft des Unternehmens und somit ihre eigene Zukunft arbeiten. Das braucht eben manchmal mehr Zeit und Ressourcen als sich so mancher Manager oder Unternehmensführer vorstellt.

  • wir brauchen Schaf Hirten in den nächsten Jahren...
    und das fängt schon bei den ganz kleinen an!

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