Rezension zu Richard Branson
„Spielen Sie den Kasper, sonst überleben Sie nicht"

Wie ein Irrwisch: Richard Branson gibt in seinem neuen Buch „Like a Virgin“ den zerstreuten Professor. Dort schildert der Ausnahme-Unternehmer seinen Weg zum Überflieger und teilt sein Erfolgsrezept.
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Düsseldorf„Business school à la Branson“ verspricht der Klappentext zu Richard Bransons neuem Ratgeber. Also: Eine Anleitung zum unternehmerischen Erfolg, aber ohne BWL-Theorie oder Matheaufgaben. „Professor“ ist schließlich der lustige Milliardär Richard Branson, bekannt unter anderem für halsbrecherische Ballonfahrten und Surfausflüge mit nackten Frauen huckepack.

Eine Universität hat der 63 Jahre alte Brite nie besucht. Und trotzdem in den vergangenen 33 Jahren im Alleingang den „Virgin“-Konzern aufgebaut, der inzwischen unter anderem Flugreisen, Handyverträge und CDs verkauft und im vergangenen Jahr rund 15,5 Milliarden Euro umsetzte. Und dabei hat der Self-Made Milliardär, wenn man seinem Buch glauben darf, vor allem eine Menge Spaß gehabt.

In „Like a Virgin“ will Branson seine Erfahrungen und Erfolgsrezepte teilen: „Erfolgsgeheimnisse eines Multimilliardärs“ verspricht der Untertitel. Leider bleibt der inzwischen 4,6 Milliarden Dollar schwere Unternehmer in diesem Buch meist allzu vage. Spaß macht das Lesen trotzdem.

Um im Unversitäts-Bild zu bleiben: Professor Branson ist der Typ Professor, der eine drollige Geschichte nach der anderen erzählt – wie er für sein Virgin-Label die Sex Pistols unter Vertrag nahm, wie er mit „Virgin Cola“ scheiterte und dass er demnächst Touristen in den Weltraum fliegen will. Ehe man sich’s versieht ist die Vorlesung vorbei, der Notizblock leer.

Das ist vor allem dem Buchkonzept geschuldet: „Like a Virgin“ ist kein stringent aufgebauter, inhaltlich zusammenhängender Ratgeber, sondern eine Sammlung kurzer Texte zu verschiedenen unternehmerischen oder sonstigen Problemen. „Eine Melange aus Antworten auf Fragen, die mir gestellt wurden, und eine Auswahl meiner schriftlichen Ausführungen“, kündigt der Autor im Vorwort an. Man könnte auch sagen: Eine wilde Ideensammlung, in beliebiger Reihenfolge aufgeschrieben. Unternehmer-Irrwisch Branson springt in handgezählt 76 Kapiteln von Thema zu Thema. Er serviert mit Texten wie „Das perfekte Finanzierungsgespräch“ oder „Mitarbeiter sind das wichtigste“ die erwartete Business-Kost. Nahtlos eingefügt sind aber Abhandlungen,  in denen er seine Meinung zu Fitnesstraining („wichtig“), Krawatten („unnötig“) und dem Kampf gegen Drogen („fehlgeleitet“) darlegt. Mehr als zwei Seiten Argumentation braucht er da selten, die Thesen sind knallig, aber vorhersehbar.

Seite 1:

„Spielen Sie den Kasper, sonst überleben Sie nicht"

Seite 2:

„Spielen Sie den Kasper, egal was dazu nötig ist“

Kommentare zu " Rezension zu Richard Branson: „Spielen Sie den Kasper, sonst überleben Sie nicht""

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  • Jedem das Seine, mir das Meine. Den Kasper macht er wohl erst seit die Virgin Millionen gescheffelt hatte in der Musikindustrie. Dabei sollte man auch mal schauen, ob die Musiker auch was davon hatten. Wie ich das so kenne kommt beim Musiker ja nur ein kleiner Bruchteil an... Branson die Zecke?

  • Allein mit der Maxime die Mitarbeiter einzubeziehen ist Branson dem Gros seiner Kollegen um Lichtjahre voraus.
    Fast jedes erfolgreiche Traditionsunternehmen in Deutschland ist so groß geworden, doch eitlen Angestelltenmanager war das wohl nicht zu vermitteln, was die Misere vielerorts erklärt.
    Branson besaß also schlicht den Instinkt Fachkompetenz vor Ort zu nutzen, statt größenwahnsinnig zu glauben das alles selbst zu wissen, wie es vor allem unsere Banker getan haben und immer noch tun.

    H.

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