Richard Branson: Welt retten und Spaß dabei

Richard Branson
Welt retten und Spaß dabei

Richard Branson spielt in der Champions League der Selbstdarsteller. Um seine Firma bekannt zu machen, scheut der Gründer der Virgin-Unternehmensgruppe vor kaum einer PR-Aktion zurück. Nun bekommt er den Deutschen Medienpreis verliehen.
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LondonWer Flüge ins Weltall organisiert, wer den Globus mit einem Heißluftballon zu umrunden versucht und auch sonst nichts scheut, um im Rampenlicht zu stehen, der lässt sich nicht von verwinkelten Treppenhäusern im Baden-Badener Kongresszentrum abschrecken. Auch dann nicht, wenn er auf Krücken gehen muss.

Bei einem Skiunfall hat sich der britische Unternehmer und Milliardär Richard Branson ein Kreuzband gerissen. Die Verleihung des Deutschen Medienpreises am Montagabend in Baden-Baden wollte sich der Mann mit dem Talent zur Selbstdarstellung dennoch nicht entgehen lassen und hat einen Auftritt ganz nach seinem Geschmack inszeniert: Um sein Knie zu schonen, schwebte er auf einer Hebebühne in den Saal.

Zum 19. Mal wurde der Deutsche Medienpreis verliehen, gestiftet von dem Marktforschungsunternehmen Media Control beziehungsweise dessen Gründer Karlheinz Kögel. In der Begründung, die Kögel vortrug, hieß es: „Er ist ein bisschen verrückt. Branson stand aber schon längere Zeit auf der Wunschliste der Jury.“
Branson, Gründer der Virgin-Unternehmensgruppe, erhielt die Auszeichnung für seine wirtschaftlichen Erfolge, sein Engagement für die Umwelt und seine ausgefallenen Ideen. „Ich finde diese Entscheidung grandios, weil dieser Mann mit seinen Visionen Menschen ansteckt und zeigt, dass es sich lohnt, Herausforderungen anzunehmen“, sagte Laudator Guido Westerwelle (FDP).

Der Mann, der einst die Schule ohne Abschluss verließ und mit einer Rechtschreibschwäche kämpft, hat es weit gebracht. Er ist Herr über mehr als 300 Firmen, 50000 Mitarbeiter und 18 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Ihm gehören eine Fluglinie und Fitness-Studios, er betreibt eine Bahngesellschaft und einen Finanzdienstleister, verkauft Comics und setzt sich für Klimaschutz ein.

Seit vier Jahrzehnten spielt Branson zudem in der Premier League der Selbstvermarkter mit. „Ich habe mich zum Affen gemacht, um Virgin bekanntzumachen“, sagt er über sich selbst. Seine Aktionen sind legendär: Er hat sich fast nackt auf den New Yorker Times Square abseilen lassen, um Werbung für seine Mobilfunkgesellschaft zu machen.

Derzeit wirbt er vor allem für kommerzielle Flüge ins All. In zehn Monaten soll es so weit sein, sagt er. Bis dahin muss er sich aber auch noch um andere Baustellen kümmern etwa um die Fluglinie Virgin Atlantic, für die er einen Käufer sucht. Aber davon war in Baden-Baden keine Rede.

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