Richtlinie bringt mehr Aufwand für Kunden
Anti-Geldwäsche-Kampf behindert Geldverkehr

Der Kampf gegen Geldwäsche wird sich aus Expertensicht künftig gravierender auf die Verbraucher auswirken.

HB HAMBURG. "Der Umgang mit Bargeld in großen Summen wird nun europaweit schwieriger", sagte Joachim Kaetzler von der Anti-Korruptions- Organisation Transparency International in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die im Juni beschlossene dritten EU-Geldwäsche-Richtlinie gilt europaweit für alle Anbieter von Waren, sofern die Zahlungen 15 000 Euro in bar übersteigen. Bisher waren im wesentlichen nur Banken und Finanzdienstleister verpflichtet, Vorkehrungen gegen Geldwäsche zu treffen und den Behörden verdächtige Fälle zu melden.

Bis Herbst 2007 muss die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Kaetzler geht davon aus, dass dies in Deutschland schon früher geschieht. "Die Banken leben diesen Standard schon seit Jahren. Für sie ändert sich in der Praxis nicht viel."

Derzeit gäben einige Banken dreistellige Millionen-Beträge für die Geldwäschebekämpfung aus, sagte Kaetzler. So habe jede Bank mindestens einen Geldwäschebeauftragten. Die Deutsche Bank hat nach eigenen Angaben derzeit rund 200 Mitarbeiter, die sich hauptsächlich mit der Bekämpfung der Geldwäsche beschäftigen.

In Zukunft müssen sich Verbraucher bei Barkäufen im Wert von mehr als 15 000 Euro - auch in der Summe mehrerer kleinerer Beträge - auf zusätzlichen bürokratischen Aufwand gefasst machen. "Es wird umständlich. Der Verkäufer - zum Beispiel ein Gebrauchtwagenhändler oder Juwelier - muss den Personalausweis des Kunden kopieren und die Kopie sechs Jahre lang aufbewahren", sagte der Rechtsanwalt Kaetzler. Gegebenenfalls müsse der Verkäufer sogar nachforschen, ob Personalausweis und Käufer auch zusammengehörten. Dies sei jedoch sehr schwierig und könne sich einige Zeit hinziehen.

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