Richtungsentscheidung
BMW: Chefdesigner Bangle ist weg

Kontrovers könnte sein zweiter Vorname sein: Chris Bangle gehört wohl zu den umstrittensten Autodesignern weltweit. Sein Bangledesign der BMW 7er-Reihe brachte Tausende von BMW-Fahrern gegen ihn auf. Im Internet wurde gar eine Petition in Umlauf gebracht, um Bangle zu stoppen. Nun geht der Meister des "unkoordinierten Blechs" mit sofortiger Wirkung von Bord.

fas/HB MÜNCHEN. Der Design-Chef der BMW-Group, Christopher Bangle, verlässt das Unternehmen nach knapp 17 Jahren. „Bangle will in seinem neuen Lebensabschnitt eigene Designprojekte verfolgen“, teilte BMW in München mit. Es sei immer sein Plan gewesen, sich noch einmal neuen Herausforderungen zu stellen. Er werde dem Unternehmen aber weiter verbunden bleiben. Bangle war seit 1992 für die Design-Entwicklung verantwortlich. Künftig wolle er auch Projekte außerhalb der Autobranche verwirklichen.

Bangles Nachfolger wird Adrian van Hooydonk, bisher verantwortlich für die Gestaltung der Kernmarke. Er wird ab sofort die Verantwortung für die Entwicklung aller drei Konzernmarken, also BMW, Mini und Rolls-Royce übernehmen. Wie das Unternehmen in München mitteilte, kam der 44 Jahre alte Niederländer Hooydonk nach der Ausbildung in Holland und der Schweiz im Jahr 1992 zu BMW und arbeitete von 2001 bis 2004 in Kalifornien für den Konzern. 2004 übernahm er die Leitung des BMW-Designs. Mit seinem Team entwickelte er unter anderem das Design des neuen 7er, des Konzern-Flaggschiffs, des neuen Z4 und der Konzeptstudie PAS, die auf dem Genfer Autosalon Anfang März Weltpremiere hat.

„Ich bin davon überzeugt, dass er die Designstrategie der BMW Group für alle drei Marken, die wir jahrelang gemeinsam umgesetzt haben, weiter vorantreiben wird“, sagte Bangle laut Mitteilung über seinen Nachfolger.

Bangle hat es seinem Arbeitgeber nicht einfach gemacht. „Eine Marke muss sich ändern“, sagte der Mann dem Handelsblatt. 16 Jahre lang zwar er für das BMW-Design verantwortlich, Bangle hat die Marke in das neue Jahrtausend begleitet. Zwei Generationen von BMW-Modellen und der Neustart der Kleinwagenmarke Mini sind unter seiner Ägide entstanden. Seine Fähigkeit zur Wandlung ist der Garant des Erfolges in München. Und der Erfolg hat Kontinuität. Norbert Reithofer ist mittlerweile der fünfte Konzernchef dem Bangle seine Entwürfe vorführt.

Seine jüngsten Modelle treffen den Geschmack. Die neue Dreier-Reihe, das Brot- und Butter-Auto der Bayern, verkauft sich prächtig. Das sportliche Dreiercoupé heimste vor zwei Jahren zum Verkaufsstart die Vorschusslorbeeren der Fachpresse ein. Knackige Sportwagen mit messerscharfen Linien, so hat es die BMW-Kundschaft gerne.

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