Rickard Gustafson
Neuer Mann im Cockpit der angeschlagenen SAS

Er wirkt steht ruhig und gilt gleichzeitig als besonders durchsetzungsfähig. Diese Eigenschaften wird Rickard Gustafson als Chef der Fluggesellschaft SAS brauchen, denn die ist zuletzt ins Schlingern geraten. Der Schwede kommt aus der Versicherungsbranche.
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STOCKHOLM. Es ging schneller als erwartet: Nur gut einen Monat nach dem etwas überraschenden Rücktritt von Mats Jansson als Chef der größten nordeuropäischen Fluggesellschaft SAS steigt ein neuer Mann ins Cockpit.

Der Schwede Rickard Gustafson übernimmt spätestens im März 2011 das Ruder bei der angeschlagenen Airline. In der Übergangsphase wird der bisherige stellvertretende Konzernchef John Dueholm die Geschäfte führen. Der 46-jährige Gustafson war bisher Chef des schwedischen Versicherungskonzerns Codan/Trygg Hansa. Er ist Diplomingenieur und gilt als besonders durchsetzungsfähig.

Das wird dem Vater von zwei Kindern bei der SAS zugute kommen. Denn die Fluggesellschaft befindet sich seit vielen Jahren im Sinkflug, und das lag nicht nur an der weltweiten Rezession, sondern auch an hausgemachten Problemen: Durch die drei staatlichen Mehrheitseigner Dänemark, Norwegen und Schweden standen häufig nationale Empfindlichkeiten bei strategischen Entscheidungen im Vordergrund. Mehrere Sparprogramme mit einem Gesamtvolumen von zehn Mrd. Kronen (1,1 Mrd. Euro) und zwei Neuemissionen, die elf Mrd. Kronen einbrachten, fielen in die Zeit von Gustafsons Vorgänger Jansson.

Auch Gustafson muss weiter sparen. Und möglicherweise wird er auch die Brautschau für die SAS intensivieren. Die Airline hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie sich am liebsten mit einem größeren Konkurrenten zusammenschließen würde. Viel Arbeit also für den stets ruhig wirkenden Gustafson.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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