Rickmers
Eine Reederfamilie trotzt der Welle

Die Schifffahrtsbranche geht es derzeit alles andere als gut. Der einbrechende Welthandel macht vielen Unternehmen zu schaffen. Doch die Branche hat schon so manche Krise überstanden. Die Rickmers-Sippe kreuzt in fünfter Generation die Weltmeere – heute feiern sie 175 Jahre auf See.

HAMBURG. Stolz sind die Rickmers darauf, in fünfter Generation die Tradition einer der bekanntesten Reederfamilien zu wahren. Das Museumsschiff "Rickmer Rickmers", benannt nach dem Clan-Gründer, kündet an den Hamburger Landungsbrücken von Glanz und Gloria der Seefahrt.

Dabei erbten die beiden heute am Ruder stehenden Rickmers-Brüder von ihrem Vater nicht ein Schiff. Die Werft in Bremerhaven liegt Mitte der 80er-Jahre am Boden, die Schifffahrtslinie kann erst im Jahr 2000 von Hapag-Lloyd zurückgekauft werden. "Wir hatten nur unseren Namen als Startkapital", sagt Bertram Rickmers, mit 56 Jahren der ältere Bruder.

Ihn trennen nicht nur elfeinhalb Jahre von Erck Rickmers. Beide verfügen über unterschiedliches Temperament. Kaum fünf Minuten vergehen im Gespräch über das 175-jährige Schifffahrtsjubiläum der Familie am heutigen Freitag - Bürgermeister Ole von Beust begrüßt dazu 450 Ehrengäste im Hamburger Rathaus, ein Symposium befasst sich mit "Der globalen Krise und Wegen zur Erholung" -, ohne dass die Reeder sich genüsslich über die korrekten Vornamen der vielen Ahnen auseinandersetzen. Deren Akten und Korrespondenz fanden sich nach dem Tod der Mutter auf dem Dachboden - Anlass genug, sich seit 2005 intensiver mit der Geschichte von Unternehmen und Familie zu befassen.

Nachzugeben liegt dem Älteren nicht, rechthaben deutlich mehr. Da fügt es sich, dass Bertram und Erck Rickmers seit 1996 eigenständige Unternehmensgruppen mit insgesamt 5 000 Mitarbeitern führen. "Bei uns würden eins und eins bestenfalls 1,8 ergeben", sagt Erck Rickmers.

"Eine Familie, zwei Unternehmen", haben die Rickmers als Motto für ihr Jubiläum ausgegeben. Geschäftlich, das räumt Bertram Rickmers ein, ging es anfangs darum, den anderen zu übertrumpfen. "Der Wettstreit begründete einen Teil unseres Erfolges", sagt Erck Rickmers. Heute schreiben sich beide "freundschaftliche Kollegialität" auf die Fahnen.

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