Ringier engagiert Schröder
Vom Medienkanzler zum Medienberater

Das Schweizer Medienhaus Ringier will sich die Erfahrungen von Medienkanzler Gerhard Schröder zunutze machen und hat ihn deswegen als Berater engagiert. Zum 1. Januar richtet Ringier Schröder ein Büro in Zürich ein. Der abgedankte Staatsmann soll für den Verleger vor allem im Ausland Türen öffnen.

HB ZÜRICH/BERLIN. Verleger Michael Ringier sagte am Donnerstag, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Schröder werde das Haus Ringier in Fragen der internationalen Politik beraten. "Er steht mir und auch anderen Mitarbeitern als Berater zu Verfügung", sagte Ringier.

In einem Interview mit dem Sender N24 wurde der Verleger später konkreter. Schröder sei ohne Zweifel "einer der großen Staatsmänner der heutigen Zeit. Wir sind sehr stark in Ost-Europa, wir sind in China, sind in Vietnam. Wir sind politisch involviert. Und da bin ich überzeugt, ist Gerhard Schröder ein hervorragender Berater für mich und für die Firma, damit wir uns dort auch richtig bewegen. Und er wird ganz bestimmt auch die eine oder andere Tür öffnen können."

Ringer sagte, er und Schröder seien seit einigen Jahren befreundet. Die Verpflichtung des Ex-Kanzlers basiere auf dieser Freundschaft. "Es war eigentlich immer irgendwie klar, dass wir mal was zusammen machen. Und jetzt ist eben der Zeitpunkt dazu gekommen", erklärte der Verleger. Zur Höhe des Honorars wollte sich Ringier nicht äußern. "Herr Schröder war als Bundeskanzler ein bescheidener Mann und das wird er auch bleiben", sagte er lediglich. "Wenn es ihm um Geld gegangen wäre, hätte er ein anderes Mandat gewählt."

Das Haus Ringier ist der größte Medienkonzern der Schweiz und verlegt unter anderem die Boulevardzeitung Blick und das Wirtschaftsmagazin Cash. Stark vertreten ist das Haus zudem in Osteuropa und gibt nach eigenen Angaben in Rumänien, Serbien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn mehr als 40 Zeitungen und Zeitschriften heraus. Außerdem ist Ringier in Asien aktiv, unter anderem in China und Vietnam. In Deutschland ist das Unternehmen mit dem Magazin Cicero präsent, das jüngst durch eine umstrittene Durchsuchungsaktion des Staatsschutzes wegen angeblichen Geheimnisverrats für Schlagzeilen sorgte.

Schröder hatte erst am Montag vor der SPD-Fraktion bekannt gegeben, dass er sein Bundestagsmandat nicht wahrnehmen wird. Am Mittwoch gab Schröder das Mandat zurück. Seine Amtszeit endete am Mittwoch um Mitternacht, nachdem seine Angela Merkel am Dienstag vereidigt worden war. Damit hat sich der 61 Jahre alte Schröder als der aktiven Politik verabschiedet. Schröder hatte angegeben, sich in Berlin als Anwalt niederlassen und ein Buch schreiben zu wollen. Aufsichtsratsmandate bei großen deutschen Industriekonzernen strebe er nicht an.

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