Risikomanagement im Mittelstand
Fehlende Nachfolgekonzepte sind existenzgefährdend

Als Unternehmer Wilhelm K. bei einem Autounfall ums Leben kam, war nicht nur seine Familie geschockt, sondern auch die Mitarbeiter seiner alteingesessenen Firma. Zwar hatte K. seine längerfristige Nachfolge an der Firmenspitze ins Auge gefasst, doch der Betrieb stand nach seinem Tod plötzlich führungslos da.

HB DÜSSELDORF. Für Familienunternehmen kann eine solche Notfallsituation schnell existenzbedrohend werden, falls sie nicht vorbereitet ist und der Unternehmer über kein Notfallkonzept für Nachfolge und Regelung der Geschäftsführung verfügt. Zu einem solchen Notfallkonzept rät etwa der im Jahr 2004 erstellte Corporate-Governance-Kodex für Familienunternehmen. Doch haben verschiedenen Studien zufolge die wenigsten Familienunternehmen vorgesorgt. Eine aktuelle Umfrage des Tüv Süd Management Service und der Münchener Beratung Unternehmerplan bei 120 Familienunternehmern zeigt: Mehr als die Hälfte der Befragten ist nur unzureichend auf ein ungeplantes Ausscheiden des Chefs und Eigentümers vorbereitet. "Manche Unternehmer haben nicht einmal ein einfaches Testament", beobachtet Martin Meyer, der mit seinem Unternehmen Generation-Planners Familienunternehmen bei Nachfolgekonzepten berät.

Ein Grund dafür: "Mittelständische Unternehmer sind oft sehr im Tagesgeschäft verwurzelt, sie leben in ihrem Business und verwenden wenig Zeit auf eine ausführliche Notfallplanung", sagt der Düsseldorfer Mittelstandsexperte Dietrich Reinhardt von Kap-1-Consulting, der seit vielen Jahren Einblick in die Nachfolgesituation im Mittelstand hat. Dies liegt auch daran, dass die Nachfolgematerie sehr komplex ist, sobald es ins Steuer- und Erbrecht geht.

Der Studie von Tüv und Unternehmerplan zufolge sind Schwächen im Risikomanagement bei Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten besonders deutlich. Andere Experten sehen das Problem aber ebenso bei größeren Mittelständlern mit bis zu 500 Beschäftigen. Sie raten zur Absicherung in zwei Teilbereichen, um die Fortführung des Unternehmens bei Tod oder Unfall des Inhabers und Chefs zu sichern: rechtlichen und steuerlichen, wie etwa der Regelung der Erbschaft, sowie organisatorischen, wie etwa der Transparenz im Unternehmen.

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