Roberto Ronchi wechselt
Maserati ist schwer zu lenken

Die Fiat-Sportwagentochter Maserati bekommt ihren fünften Chef in fünf Jahren. Der 47-jährige Italiener Roberto Ronchi löst den Deutschen Karl-Heinz Kalbfell ab. Die Zukunft von Kalbfell galt zwar in Turin seit längerem als ungewiss. Aber der Zeitpunkt kurz vor der Eröffnung des Pariser Autosalons hat die Beobachter dennoch überrascht.

MAILAND. Für Kalbfell endet damit eine holprige Zeit beim italienischen Autokonzern. Der ehemalige BMW-Manager war im Januar vergangenen Jahres noch von dem damaligen Chef der Fiat-Autosparte, Herbert Demel, als Chef von Alfa Romeo gerufen worden. Dafür hatte er seinen Posten als Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce aufgegeben, den er erst wenige Monate zuvor angetreten hatte. Einen Monat später gab ihm Fiat-Chef Sergio Marchionne als weiteren Aufgabenbereich Maserati hinzu. Im September 2005 nahm er ihm seinen Posten als Alfa-Romeo-Chef wieder ab. Grund soll der schwache Anlauf der 159er-Serie gewesen sein. Kalbfell war fortan nur noch für Maserati verantwortlich und Koordinator für gemeinsame Projekte zwischen Alfa und Maserati.

Für Ronchi ist der neue Posten ei-ne Rückkehr zu Maserati. Er kam 2002 als „Commercial Director“ zu Maserati, nachdem er zuvor bei Unternehmen wie Seagram und Bayer verschiedene Marketing-Positionen innegehabt hatte. Im April vergangenen Jahres wechselte Ronchi zu Fiat Auto, wo er für die Entwicklung des angeschlagenen Händlernetzes verantwortlich war. Später kam der Flottenvertrieb an Großkunden hinzu. Die beiden Positionen behält Ronchi auch als Maserati-Chef.

Fiat nannte keinen Grund für Kalbfells Abgang und teilte nur mit, er werde „andere Interessen verfolgen“. Beobachter gehen davon aus, dass dem ungeduldigen Fiat-Chef Marchionne die Sanierung der Tochter nicht schnell genug ging. Denn Maserati bleibt trotz steigender Absatzzahlen ein Problemkind für Fiat. Der Turiner Autokonzern hatte Maserati 1993 übernommen. Vor neun Jahren hat Fiat Maserati an die Tochter Ferrari abgegeben, die Marke im vergangenen Jahr jedoch wieder in den Mutterkonzern integriert.

In der ersten Hälfte dieses Jahres büßte Maserati gegenüber dem Vorjahr neun Prozent des Umsatzes ein. Gleichzeitig hat die Sparte jedoch den operativen Verlust halbiert.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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