Rohstoffmarkt-Experte
Der Börsenbauer

Frühmorgens auf dem Acker, nachmittags die Power-Point-Präsentation. Johann Schmalhofer führt ein nicht ganz alltägliches Leben. Er ist Landwirt, Analyst und inzwischen ein gefragter Experte in Sachen Rohstoffmarkt. Der ungewöhnliche Werdegang des „Börsenbauers“.

FRANKFURT. Weihnachten feiert Johann Schmalhofer ganz traditionell: Gans im Kreise der Familie, Bescherung, Christmette – und ein paar Charts. Denn wenn es draußen kalt wird, kommt der Landwirt in Fahrt. Johann Schmalhofer ist der „Börsenbauer“ und Bindeglied zweier Welten, die durch den Mega-Trend bei Agrar-Rohstoffen zueinander finden müssen: Als Technischer Analyst erklärt er seinen Kollegen aus der Landwirtschaft, wohin die Preise bei Agrar-Rohstoffe gehen, als Landwirt referiert er in Banken, Fondshäusern oder beim Dax-Konzern BASF über die Lage in der Branche.

Und so kann es sein, dass der Familienvater früh morgens auf dem Kartoffelacker im beschaulichen Taimering bei Regensburg steht und am Nachmittag in Frankfurt Finanzexperten die Entwicklung an den Rohstoffmärkten per Powerpoint-Präsentation erläutert. Die Kernbotschaft ist dabei stets gleich: „Die Agrarmärkte sind Finanzmärkte geworden“ doziert er.

Für die Fondsgesellschaft DWS hält er Vorträge, das Kundenmagazin der Cominvest widmet ihm mehrere Seiten. Dann wieder erklärt er Mitarbeitern in den Landwirtschaftsministerien in Bayern und Österreich das Zusammenspiel von Agrarmärkten und Finanzmärkten, steigender Weltbevölkerung und Klimawandel. Und Bauernverband und die großen Einzelhandelsketten wollen ebenfalls wissen, wohin die Preise gehen. 20 Veranstaltungen war es im November, jetzt kurz vor Weihnachten wird es etwas weniger. „Börsenbauer“ nannten sie ihn deswegen mal im Fernsehen. Das gefiel Schmalhofer so gut, dass er ihn sich inzwischen patentieren ließ und unter diesem Namen seine Web-Site betreibt.

Zu den Märkten kam er vor fast zehn Jahren: Damals rief ihn sein Bankberater an und empfahl ihm, seine IBM-Aktien zu verkaufen. Schmalhofer hörte nicht auf ihn, eine Woche später war der IBM-Kurs deutlich gesunken. Wo andere Anleger gesagt hätten „Pech gehabt“, wollte Schmalhofer wissen, woher das Wissen des Beraters kam. Ein paar Charts und Lineallinien später hatte ihn die Begeisterung für die Technische Analyse gepackt.

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