Rolf-Ulrich Schlenker
Barmer-Vize könnte auf den Chefsessel nachrücken

Durch den Abschied von Birgit Fischer ist bei der Barmer GEK nun der Chefsessel frei. Als Favorit gilt ihr Stellvertreter. Die Branche würde einen Einsatz von Rolf-Ulrich Schlenker jedenfalls begrüßen.
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FrankfurtIm vergangenen Jahr pendelte Rolf-Ulrich Schlenker regelmäßig zwischen Stuttgart, Wuppertal und Berlin. Denn als früherer Chef der Gmünder Ersatzkasse GEK nahm er eine Schlüsselrolle bei der Fusion mit der größeren Barmer in Nordrhein-Westfalen ein. Und nah an der Politik in Berlin zu sein gehört ohnehin zu den Pflichtaufgaben eines Krankenkassenmanagers. Mehr als 50.000 Kilometer legte der begeisterte Bahnfahrer auf Schienen zurück. Der ICE ist für ihn dabei zum zweiten Büro geworden. Da er Akten am liebsten in der Hand hält, fährt sein 18,5 Kilogramm schwerer Koffer auch immer mit.

Nach gut einem Jahr als Pendler könnte sich sein beruflicher Schwerpunkt künftig jedoch stärker nach Wuppertal verlagern. Denn Schlenker gilt als Favorit für den Chefsessel der Barmer GEK, der mit 8,6 Millionen Versicherten größten Krankenkasse in Deutschland. In Branchenkreisen heißt es, alles laufe auf den 57 Jahre alten Stellvertreter von Birgit Fischer hinaus. Die frühere SPD-Landesgesundheitsministerin geht gänzlich unerwartet als Lobbyistin zum Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). Der Verwaltungsratsvorsitzende der Barmer GEK, Holger Langkutsch, muss und will daher nun „zeitnah“ einen Nachfolger finden.

Schlenker steht dafür offenbar bereit, auch wenn er sich auf Anfrage des Handelsblatts zurückhaltend gab. Er sei „überrascht“ von der Entscheidung Fischers, die bisher als Gewerkschafterin nicht gerade als Freundin der Pharmabranche galt. Zur Nachfolgedebatte in der Krankenkasse wollte er nichts sagen, das sei Sache des Verwaltungsrats. Der Ex-Chef der GEK verwies nur darauf, dass die Fusion mit der größeren Barmer „prima“ gelaufen sei. An den Strukturen der neuen Großkasse will er auch künftig arbeiten. Sein Ziel sei, diese weiter zu straffen. Da kommt die Kultur der früheren GEK durch, die mit deutlich weniger Bürokratie auskam als die Barmer mit ihren zahlreichen Geschäftsstellen.

Der Sohn eines Eisenbahners gilt in der Branche als gute Wahl, weil er das System bestens kennt. Vor 26 Jahren startete der Jurist bei der AOK in Baden-Württemberg, er arbeitete 13 Jahre in führender Stellung für die Betriebskrankenkassen im Ländle und wechselte 2005 zur GEK.


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