Rotationsmodell soll Streit unter Anteilseignern verhindern
Westfälischer Sparkassenpräsident wird neuer WestLB-Aufsichtsratschef

Die Entscheidung ist gefallen. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender der WestLB wird der 50-jährige Rolf Gerlach, Präsident des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbands (WLSGV). Gerlach wurde mit einer deutlichen Mehrheit gewählt, hieß es nach der gestrigen AR-Sitzung.

BERLIN. Nach dem Rotationsmodell, auf das sich die Anteilseigner einigten, wird ein Vertreter des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands (RSGV) Gerlach nach vier Jahren ablösen. Beobachter hatten zuvor auf den Chef der Kölner Stadtsparkasse, Gustav Adolf Schröder, als AR-Chef getippt.

Gerlach folgt auf Bernd Lüthje, der seinen Rücktritt verkündet hat. Damit zog Lüthje Konsequenzen aus den neuen Machtverhältnissen. Denn die Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden Euro stemmten nur die zwei Sparkassenverbände des Bundeslandes. Zum 30.6. sind sie mit je 30,6 Prozent direkt an der WestLB beteiligt und stellen die Mehrheit. Das bislang praktizierte Mutter- Tochter-Modell gehört der Vergangenheit an. Die restlichen Anteile halten das Land und die beiden Landschaftsverbände über eine Beteiligung an der NRW Bank.

Mitstreiter bezeichneten Gerlach als durchsetzungsfähigen Kämpfer. Einen eigenen Kopf bewies Gerlach bei der Reform des Haftungsverbunds in der deutschen Sparkassenorganisation. Hier bezog er so lange Stellung gegen den Deutschen Sparkassen- und Giroverband, bis seine Zweifel ausgeräumt waren.

Auch hat Gerlach keine Skrupel, privates Kapital für die Landesbank zu mobilisieren. So sieht er keine Notwendigkeit, dass die beiden Sparkassenverbände mehr als 25,1 Prozent an der WestLB AG halten. Offene Türen werden bei Gerlach eingelaufen, wenn es um die Konsolidierung im Landesbankenlager geht. So kann er sich die HSH Nordbank als auch die NordLB als künftige Fusionspartner vorstellen. Gemeinsam mit WestLB-Vorstandschef Thomas Fischer zeichnen sich interessante Strategiegespräche ab.

Dem Schwesterverband in Nordrhein-Westfalen wischte Gerlach kürzlich einen aus: Denn er setzte bei der Fusion der öffentlich-rechtlichen Provinzial-Versicherer seines Verbands auf Schleswig-Holstein. Eine Chance sei vertan worden, kritisierte ein Vertreter der rheinischen Sparkassen. Bei der WestLB sitzen die Verbände aber noch in einem Boot.

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