Rudi Häussler
Immobilienkönig vergrault seine Kronprinzen

Rudi Häussler baut erfolgreich für Konzerne wie Daimler und Hilton. Doch mit seiner Nachfolge scheitert er schon wieder. Jetzt geht auch Michael Kleinemeier.

STUTTGART. Rudi Häussler ist erst einmal in den Urlaub gefahren und für niemanden zu sprechen. Ziel unbekannt. Der 80-jährige Stuttgarter Immobilien-König muss sich von turbulenten Tagen erholen. Vieles hat der schillernde Mittelständler bewegt. Kaum ein Prestigeprojekt in Stuttgart wie das Hilton Hotel oder das Benz-Tagungscenter, wo der gesellschaftlich bestens verdrahtete Häussler nicht von der Planung bis zum Bau seine Finger im Spiel hat.

International hat die Häussler-Gruppe, die auch das Stammhaus des Software-Konzerns SAP baute, derzeit 26 Projekte laufen mit einem Bauvolumen von rund zwei Milliarden Euro, nach eigenen Angaben „so viel wie noch nie“. Aber bei seinem wichtigsten Projekt ist Häussler zum dritten Mal kläglich gescheitert: der kinderlose Unternehmer hat bereits den dritten hochkarätigen Nachfolger verschlissen. „Herr Michael Kleinemeier verließ die Häussler-Gruppe zum 31. Juli 2008 auf eigenen Wunsch aufgrund unterschiedlicher Auffassung über die strategische Ausrichtung des Unternehmens“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Ex-Chef des Portfoliomanagements im Walldorfer Softwarekonzerns SAP hat nach nur vier Monaten aufgegeben. Er war eigentlich angetreten, um den Konzern internationaler aufzustellen. Nach vielen Jahren in einem Dax-Konzern sehe Kleinemeier seine Zukunft als Unternehmer im Mittelstand, hieß es noch zu seinem Amtsantritt.

Mit Kleinemeier scheitert bereits der zweite Manager aus einem Großkonzern nach kurzer Zeit in dem voll auf den Patriarchen zugeschnittenen mittelständischen Unternehmen. Der Selfmade-Unternehmer hat beste Kontakte zu seinen Kunden, zu denen Großkonzerne wie Daimler, Allianz oder SAP gehören. Bei der Wahl seiner Nachfolger greift er deshalb gerne oben ins Regal. Von Erfolg war diese Taktik bislang nicht gekrönt. Der frühere Regierungssprecher und Buchautor Manfred Zach scheiterte ebenso wie der heutige Daimler-Strategievorstand Rüdiger Grube. Der kam vom größten Konzern am Platz, kehrte aber im Jahr 2000 nach nicht mal einem Jahr wieder enttäuscht zu seinem alten Arbeitgeber zurück.

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