Rudolf Gröger
Spanier sägen am Stuhl des deutschen O2-Chefs

Rudolf Gröger, der Vorstandschef des deutschen Mobilfunkanbieters O2, will offenbar aufgeben. Wie am Mittwoch aus dem Umfeld des Unternehmens zu hören war, steht der Rücktritt unmittelbar bevor. Denn die Konzernoberen aus Spanien sind unzufrieden mit ihm.

jkn FRANKFURT. Eine Bestätigung für die Rücktrittspläne gab es am Mittwoch allerdings nicht. „Wir kommentieren Spekulationen grundsätzlich nicht“, sagte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage.

Bereits seit einigen Tagen machen Hinweise die Runde, dass Grögers Stuhl mächtig wackelt. Erstmals musste O2 im ersten Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen. Zwar ist das Unternehmen in Deutschland gemessen an der Zahl der Kunden der kleinste Anbieter. Aber er hat die spanische Muttergesellschaft Telefónica bislang mit stetigem Wachstum verwöhnt.

Gröger hat auf das aktuelle Umsatzminus umgehend reagiert und den Abbau von einigen hundert Arbeitsplätzen angekündigt. So will er bis 2008 etwa 180 Millionen Euro sparen. Doch auch das kann die Wogen in der spanischen Konzernzentrale nicht glätten, wie zu hören ist. Hinzu kommt, dass Grögers häufige Präsenz in den Medien dort seit längerem nicht gerade auf Begeisterung stößt. „Gröger ist definitiv stark gefährdet“, sagt ein Insider des Unternehmens. Offensichtlich will der O2-Chef einer Aktion aus Spanien zuvorkommen.

Was ein Rücktritt für seine Funktion beim ITK-Branchenverband Bitkom bedeutet, ist offen. Nach bisheriger Planung soll Gröger morgen zum Nachfolger von Willi Berchtold berufen werden. „Wir gehen davon aus, dass Herr Gröger am Freitag gewählt wird“, sagte ein Bitkom-Sprecher.

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