Rückkehr zu Daimler-Chrysler
Auslands-Chef von Mitsubishi Motors zurückgetreten

Steven Torok, der bei Mitsubishi Motors für das Auslandsgeschäft zuständig war, ist wie erwartet zurückgetreten und hat damit die Verantwortung für die misslungene Kreditvergabe an Kunden des Autobauers in den USA übernommen.

HB TOKIO. Der frühere Chrysler-Manager habe seinen Rücktritt erklärt, teilte Mitsubishi Motors (MMC) am Freitag mit. Torok wolle zu Daimler-Chrysler zurückkehren, hieß es. Ein Nachfolger soll am 30. April ernannt werden, dem Tag, an dem MMC auch den lang erwarteten Sanierungsplan vorstellen will. Die Krise bei dem japanischen Autobauer war durch die Vergabe von Autofinanzierungs-Krediten an die junge Kundschaft von MMC in den USA ausgelöst worden, deren Rückzahlung viele schuldig blieben.

Daraufhin hatte MMC die Kreditvergabe zurückgefahren, was den Absatz in Nordamerika einbrechen ließ. Die USA waren bis dahin der wichtigste Markt und der größte Ertragsbringer für MMC. Mitsubishi-Aktien schlossen am Freitag in Tokio um elf Prozent fester bei 288 Yen. „Mitsubishi Motors braucht etwas frisches Blut, und diese Nachricht hat die Käufe ausgelöst“, sagte ein Händler von Ichiyoshi Securities. Berichte über den Rücktritt aller fünf führenden MMC-Manager hatte der Konzern zuletzt zurückgewiesen. Allerdings läuft der Vertrag des fast 64-jährigen MMC-Chefs Rolf Eckrodt ohnehin Ende 2004 aus.

Derzeit arbeitet eine Gruppe von Daimler-Chrysler-Managern unter der Führung des auch als Eckrodt-Nachfolger gehandelten Smart-Chefs Andreas Renschler an einem Sanierungsplan für MMC. Nach Angaben aus Firmenkreisen braucht MMC 300 Mrd. Yen (2,3 Mrd. €) frisches Kapital, wovon DaimlerChrysler mindestens 100 Mrd. Yen beisteuern soll. Der Stuttgarter Autobauer hält 37 % an MMC.

Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte unterdessen ihr Rating für die Verbindlichkeiten von Mitsubishi Motors auf „B minus“ von „B plus“ und begründete ihr Urteil mit der sich verschlechternden operativen und finanziellen Performance des Konzerns. MMC erwartete für das Geschäftsjahr 2003/04 (zum 31. März) einen Verlust von 72 Mrd. Yen (rund 560 Mill. €).

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