Rückzug: DIHK-Präsident Schweitzer tritt kürzer

Rückzug
DIHK-Präsident Schweitzer tritt kürzer

Sein Familienunternehmen Alba hat er unter den Recyclingriesen etabliert, nun tritt Eric Schweitzer kürzer. Die Alba-Führung bleibt aber Familiensache. Sein Bruder Axel übernimmt seine Aufgaben.
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KölnEric Schweitzer, seit drei Wochen Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), zieht sich aus den Führungsgremien seiner größten Konzerngesellschaft zurück. Die Führung der Kölner Alba SE (Umsatz: 1,9 Milliarden Euro) tritt der bisherige Aufsichtsratschef komplett an seinen Bruder Axel ab. Der hatte bereits in den vergangenen Jahren das börsennotierte Unternehmen als Vorstandschef gesteuert, nun aber wird Axel Schweitzer als "Chairman des Verwaltungsrats" selbst zum Chefaufseher in der Aktiengesellschaft Europäischen Rechts. Vorstand und Aufsichtsrat der SE werden aus diesem Anlass zu nur noch einem Gremium, dem Verwaltungsrat, verschmolzen.

Allein bei der Berliner Alba Plc. bleibt der 47-jährige DIHK-Präsident Eric Schweitzer weiterhin Vorstandschef. Dem Familienunternehmen gehören zwar 85 Prozent der Alba-SE-Aktien, die noch bis vor kurzem unter dem Namen "Interseroh" an der Börse gehandelt wurden. Selbst aber setzt die Berliner Abfallfirma weniger als eine Milliarde Euro um und erwirtschaftet damit gerade einmal ein Drittel des Gesamtkonzerns.

In den vergangenen Jahren hatte die Berliner Familienfirma scheibchenweise die Mehrheit am börsennotierten Recyclingkonzern Interseroh übernommen, um ihn im Juni 2011 mit einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag an sich zu binden. Den außenstehenden Aktionären mussten die beiden Brüder im Gegenzug eine garantierte Jahresdividende von 3,24 Euro zusichern, soweit diese ihre Papiere nicht dem Mehrheitsaktionär für 46 Euro abtreten wollten. Die lukrativen - und nahezu risikolosen -Renditeaussichten trieben den Börsenkurs der verbleibenden Aktien inzwischen auf 63 Euro.

Seither haben sich Eric Schweitzer und sein 43-jähriger Bruder Axel ihre Reiche säuberlich aufgeteilt. Die Alba SE kümmert sich um den Schrotthandel, wo sie mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro hinter der Scholz AG und Rethmann/TSR die Nummer drei in Deutschland ist. Gleichzeitig macht sie in der Sparte "Dienstleistung" Lösungsanbietern wie dem Dualen System Deutschland (DSD) Konkurrenz.

Die Berliner Mutter Alba Plc. dagegen betätigt sich in erster Linie in der Hausmüll-Entsorgung. Zu ihren Aufgaben zählt ebenso die Vermarktung von Plastik-, Papier- und Glasabfällen - und die Verwaltung der Alba-SE-Aktienmehrheit. Die aber bereitete den Berlinern im abgelaufenen Geschäftsjahr nur mäßig Freude. Die Stahlkrise in Europa ließ nicht nur den Umsatz, sondern auch das Betriebsergebnis um ein Zehntel schrumpfen.

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