Ruhestand
Allan Moss tritt als Chef der „Millionärsfabrik“ ab

Wechsel an der Spitze der Macquarie Group: Künftig wird Nicholas Moore die australischen Investmentbank führen. Vorgänger Moss hatte Macquarie zu einem globalen Anlagekonzern ausgebaut. Die Börse reagierte mit Kursverlusten auf die Personalie.

SYDNEY. Der Chef der australischen Investmentbank Macquarie Group, Allan Moss, geht. Er wird im Mai nach 15 Jahren an der Spitze des internationalen Finanzhauses in den Ruhestand gehen. Sein Nachfolger wird Nicholas Moore, der bisherige Chef von Macquarie Capital.

„Nicholas ist eine herausragende Führungspersönlichkeit in der Finanzdienstleistungsindustrie“, sagte Moss gestern über seinen Nachfolger. „Ich bin absolut sicher, dass er ein ausgezeichneter Chef von Macquarie sein wird“.

Die letzte Aufgabe, die Moss zu erfüllen hat, wird im März die Bekanntgabe des Jahresergebnisses sein. Der Markt rechnet mit einem Rekordgewinn von mindestens 1,8 Mrd. australischen Dollar. Im vergangenen Jahr hatte Macquarie einen Gewinnanstieg von 60 Prozent auf 1,46 Mrd. australische Dollar gemeldet.

Im September hatte Moss erklärt, dass die Bank trotz Subprime-Krise mehrere große Fusionen und Akquisitionen abschließen konnte und „über genügend Mittel für Investitionen sowohl in Investment- als auch in Immobilienfonds“ verfüge. Die Finanzkrise, von der Macquarie praktisch nicht betroffen sei, habe den Markt für Fusionen und Übernahmen zwar etwas verlangsamt, sagte Moss damals. „Qualitätstransaktionen“ würden aber nach wie vor abgeschlossen.

Unter seiner Führung hat sich die frühere Bank aus Sydney zu einem globalen Anlagekonzern entwickelt. Macquarie macht das Geschäft in erster Linie mit Akquisitionsberatung und dem Kauf und Betrieb von Infrastrukturanlagen wie Bezahlautobahnen und Flughäfen, an denen sich Anleger dann über diverse Fonds beteiligen können.

Die australische Börse reagierte negativ auf die Nachricht vom Rücktritt des Chefs der „Millionärsfabrik“, wie Macquarie wegen der hohen Löhne der Angestellten auch genannt wird. Die Aktie verlor in Sydney sechs Prozent und schloss bei 61,10 australischen Dollar.

Urs Wälterlin
Urs Wälterlin
Handelsblatt / Korrespondent
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