Rundfunkrat wählt neue Intendantin
Monika Piel erobert die WDR-Spitze

Die neue Intendantin des Westdeutschen Rundfunks heißt Monika Piel. Der Rundfunkrat wählte die WDR-Hörfunkdirektorin mit deutlicher Mehrheit. Für das Fernsehen muss die Radiofrau nun eine Antenne beweisen.

HB KÖLN. Piel sei am Montag in Köln „mit überwältigender Mehrheit“ vom Rundfunkrat gewählt worden, sagte eine WDR-Sprecherin. Die derzeitige Hörfunkdirektorin des WDR hatte keine Gegenkandidaten. Zwei Mitbewerber, ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender und der NDR- Justiziar Werner Hahn, hatten sich am Freitag zurückgezogen.

Bei den fast 4 400 Beschäftigten des Kölner Senders herrschte Erleichterung, dass nach Friedrich Nowottny und Fritz Pleitgen wieder ein journalistischer Profi ins Intendantenbüro mit Domblick einzieht. Allerdings hatte auch Brender viele Fans – vor allem seit der Elefantenrunde der letzten Bundestagswahl, als er die Medienschelte eines triumphierenden Bundeskanzlers Schröder souverän konterte. „Das hätte die Piel nicht gebracht“, sagte am Freitag ein pensionierter WDR-Fernseh- und Radiomoderator, der ihr auch vorhielt, als Hörfunkchefin „konzeptionell nicht gerade viel bewegt“ zu haben.

Das aber sehen viele im WDR anders. So gründete Piel das „Funkhaus Europa“, ein kosmopolitisches Integrationsradio mit Programmen in 18 Sprachen. Außerdem rief der Sender unter ihrer Führung Kulturpartnerschaften mit Theatern, Festivals und anderen Einrichtungen in ganz Nordrhein-Westfalen ins Leben.

Die Frage ist nun, ob die Radiofrau Piel auch eine Antenne fürs Fernsehen hat. Denn vor allem da tut sich der WDR schwer, die umworbene Jugend für sich zu interessieren. Junge Leute schalten eher Privatsender ein, während der durchschnittliche WDR-Fernsehzuschauer 61 Jahre alt ist. Bei RTL und Sat.1 liegt das Durchschnittsalter bei Ende 40, bei ProSieben bei 37.

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