Rupert Murdoch Der Medienzar will kürzertreten

Rupert Murdoch zieht sich offenbar als Vorstandschef bei 21st Century Fox zurück. Bei der Filmsparte seines Imperiums soll sein Sohn mehr Macht bekommen. Doch der alte Medienmogul behält weiterhin alle Fäden in der Hand.
Update: 11.06.2015 - 17:59 Uhr 1 Kommentar
Der Medienzar tritt kürzer. Quelle: Reuters
Rupert Murdoch

Der Medienzar tritt kürzer.

(Foto: Reuters)

New YorkMedienmogul Rupert Murdoch stellt einem Bericht zufolge die Weichen für seine Nachfolge an der Spitze von 21st Century Fox. Murdoch werde den Vorstandsvorsitz und damit die Verantwortung für das Tagesgeschäft an seinen 42-jährigen Sohn James übergeben, berichtete der Finanznachrichtensender CNBC am Donnerstag unter Berufung auf das Familienumfeld. Der Wechsel werde noch in diesem Jahr oder Anfang 2016 erfolgen.

Der 84-jährige US-australische Milliardär werde geschäftsführender Chef des Verwaltungsrats bleiben und damit weiter in die Geschicke des Konzerns eingreifen können, hieß es. Nach Informationen von CNBC soll Murdochs 43-jähriger Sohn Lachlan als stellvertretender Verwaltungsratschef ebenfalls in die Führungsriege von 21st Century Fox aufsteigen. James Murdoch soll den Angaben zufolge das tägliche Management übernehmen, aber „im Gespann“ mit seinem Bruder und seinem Vater arbeiten.

Laut CNBC wird 21st Century Fox den anstehenden Wechsel an der Spitze „in nächster Zeit“ bekanntgeben. Der Konzern bestätigte den Bericht auf Nachfrage nicht. Murdoch hatte sein Medienimperium News Corp vor zwei Jahren aufgespalten. Die profitablen Film- und Fernsehfirmen wurden dabei unter dem Namen 21st Century Fox von den teilweise angeschlagenen Zeitungs- und Buchverlagen abgetrennt.

Mit seiner News Corporation hat Rupert Murdoch binnen 60 Jahren einen der größten Medienkonzerne der Welt geschaffen. Das Imperium umfasst etwa 175 Zeitungen, den Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ auch ein legendäres Hollywood-Studio, aus dem Blockbuster wie „Krieg der Sterne“ oder „Ice Age“ stammen.

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später ging Murdoch in die USA, kaufte dort Fernsehsender, und nach Großbritannien, wo er sich nicht nur die renommierte Londoner „Times“ einverleibte, sondern auch das Massenblatt „Sun“. In Deutschland ist er am Bezahlsender Sky beteiligt.

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nahm in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“. Genauso gut gehört aber auch die Boulevardzeitung „New York Post“ zum Konzern. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein.

Der mittlerweile 84-jährige Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Er gründete auch die erste reine iPad-Zeitung „The Daily“ – und stellte sie wieder ein. Mit einem anderen Projekt erlitt er ebenfalls Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk My Space ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Das sind die Giganten der Medienwelt
huGO-BildID: 36639478 This image released by Sony Pictures shows Jamie Foxx, left, and Andrew Garfield as Spider-Man in "The Amazing Spider-Man
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Bild eine Szene aus dem aktuellen Film „Spider-Man“. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2013 hat Lutz Hachmeister, Direktor des Berliner Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik, ein Ranking der 50 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

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Platz 10: Cox Enterprises

Mit fast 12 Milliarden Euro Umsatz zählt Cox Enterprises zu den zehn größten Unternehmen der Branche. Das Hauptquartier liegt in Atlanta (Georgia). Der Konzern gehört fast vollständig der Familie Cox beziehungsweise Kennedy und beherbergt unter anderem 17 Tages- und 25 Wochenzeitungen sowie 15 regionale Fernsehsender.

Fernsehsender RTL
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Platz 9: Bertelsmann

Bertelsmann ist der größte deutsche Medienkonzern, auch dank der RTL-Gruppe mit ihren Fernsehsendern. Weltweit rangiert der Konzern auf Rang 9, mit einem Umsatz von 16,4 Milliarden Euro. Vorstandschef Thomas Rabe will die Erlöse bis 2016, spätestens aber bis 2017 auf 20 Milliarden Euro steigern.

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Platz 8: Sony Entertainment

Der japanische Elektronikkonzern befindet sich weiterhin in der Krise. Der Umsatz stieg zwar zuletzt um 14,3 Prozent auf 7,77 Billionen Yen (54,8 Mrd. Euro am Stichtag 31. März), das Plus resultierte aber größtenteils aus Währungseffekten: Bei konstanten Kursen wäre der Erlös um zwei Prozent gesunken. Der operative Gewinn sank um fast 90 Prozent auf 26,5 Milliarden Yen (187 Millionen Euro), unterm Strich steht ein Verlust von 128,4 Milliarden Yen (903 Millionen Euro) – der sechste in sieben Jahren.

huGO-BildID: 36005139 Marcus Ingvarsson, right, tests out the PlayStation 4 virtual reality headset Project Morpheus in a demo area at the Game Devel
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Platz 8: Sony Entertainment

Der japanische Elektronikkonzern Sony ist in vielen Sparten aktiv: Er hat ein Filmstudio, baut Fernseher und Audiogeräte, hat aber auch die Spielkonsole Playstation im Angebot – im Bild eine Brille, die Spiele in einer virtuellen Realität ermöglicht. Allerdings tut sich das Traditionsunternehmen schwer. Der Umsatz stieg zwar zuletzt um 14,3 Prozent auf 7,77 Billionen Yen (54,8 Mrd. Euro am Stichtag 31. März), das Plus resultierte aber größtenteils aus Währungseffekten, bei konstanten Kursen wäre der Erlös um zwei Prozent gesunken. Der operative Gewinn sank um fast 90 Prozent auf 26,5 Milliarden Yen (187 Millionen Euro), unterm Strich steht ein Verlust von 128,4 Milliarden Yen (903 Millionen Euro) – der sechste in sieben Jahren.

huGO-BildID: 5456800 Times Square is reflected in the Viacom logo on it's headquarters in New York, Friday, Sept. 2, 2005. Shareholders of Viacom I
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Platz 7: Viacom CBS

Der US-Medienkonzern Viacom CBS, Mutter der Fernsehsender MTV, Nickelodeon und des Hollywood-Filmstudios Paramount, verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatz 21,894 Milliarden Euro – Rang sieben. Der Hauptsitz ist der Broadway in New York City.

huGO-BildID: 36216127 This image released by HBO shows Charles Dance in a scene from "Game of Thrones." The fourth season premieres Sunday
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Platz 6: Time Warner

Unter dem Dach von Time Warner sind diverse Medienunternehmen versammelt – etwa der Bezahlsender HBO, der derzeit mit der Serie „Game of Thrones“ für Furore sorgt. Auch das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktionen New Line Cinema und Warner Bros. Entertainment sowie die TV-Kette Turner zählen zum früheren Branchenprimus. 2009 gliederte das Unternehmen den Kabelnetzbetreiber Time Warner Cable Inc. aus und zog zudem einen Schlussstrich unter die erfolglose Fusion mit AOL. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr umgerechnet 22,4 Milliarden Euro.

  • afp
  • rtr
  • dpa
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1 Kommentar zu "Rupert Murdoch: Der Medienzar will kürzertreten"

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  • Es wird ein Aufatmen um die Welt gehen, wenn er weg ist.

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