Rupert Murdoch
Der Medienzar will kürzertreten

Rupert Murdoch zieht sich offenbar als Vorstandschef bei 21st Century Fox zurück. Bei der Filmsparte seines Imperiums soll sein Sohn mehr Macht bekommen. Doch der alte Medienmogul behält weiterhin alle Fäden in der Hand.
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New YorkMedienmogul Rupert Murdoch stellt einem Bericht zufolge die Weichen für seine Nachfolge an der Spitze von 21st Century Fox. Murdoch werde den Vorstandsvorsitz und damit die Verantwortung für das Tagesgeschäft an seinen 42-jährigen Sohn James übergeben, berichtete der Finanznachrichtensender CNBC am Donnerstag unter Berufung auf das Familienumfeld. Der Wechsel werde noch in diesem Jahr oder Anfang 2016 erfolgen.

Der 84-jährige US-australische Milliardär werde geschäftsführender Chef des Verwaltungsrats bleiben und damit weiter in die Geschicke des Konzerns eingreifen können, hieß es. Nach Informationen von CNBC soll Murdochs 43-jähriger Sohn Lachlan als stellvertretender Verwaltungsratschef ebenfalls in die Führungsriege von 21st Century Fox aufsteigen. James Murdoch soll den Angaben zufolge das tägliche Management übernehmen, aber „im Gespann“ mit seinem Bruder und seinem Vater arbeiten.

Laut CNBC wird 21st Century Fox den anstehenden Wechsel an der Spitze „in nächster Zeit“ bekanntgeben. Der Konzern bestätigte den Bericht auf Nachfrage nicht. Murdoch hatte sein Medienimperium News Corp vor zwei Jahren aufgespalten. Die profitablen Film- und Fernsehfirmen wurden dabei unter dem Namen 21st Century Fox von den teilweise angeschlagenen Zeitungs- und Buchverlagen abgetrennt.

Mit seiner News Corporation hat Rupert Murdoch binnen 60 Jahren einen der größten Medienkonzerne der Welt geschaffen. Das Imperium umfasst etwa 175 Zeitungen, den Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ auch ein legendäres Hollywood-Studio, aus dem Blockbuster wie „Krieg der Sterne“ oder „Ice Age“ stammen.

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später ging Murdoch in die USA, kaufte dort Fernsehsender, und nach Großbritannien, wo er sich nicht nur die renommierte Londoner „Times“ einverleibte, sondern auch das Massenblatt „Sun“. In Deutschland ist er am Bezahlsender Sky beteiligt.

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nahm in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“. Genauso gut gehört aber auch die Boulevardzeitung „New York Post“ zum Konzern. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein.

Der mittlerweile 84-jährige Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Er gründete auch die erste reine iPad-Zeitung „The Daily“ – und stellte sie wieder ein. Mit einem anderen Projekt erlitt er ebenfalls Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk My Space ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es wird ein Aufatmen um die Welt gehen, wenn er weg ist.

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