Russische Regionen locken deutsche Firmen
Tief im Osten

Das Russlandgeschäft viele deutscher Unternehmen boomt. Nicht nur die Region Moskau lockt als investitionsstandort - die Firmen zieht es immer tiefer in die östliche und südlichen Rergionen des Landes. Doch die Expansion dorthin birgt Risiken.

BERLIN. Die Manager der Metro Group wagten sich weit vor, als sie Ende vorigen Jahres drei neue Cash-&-Carry-Märkte in Russland eröffneten. Omsk, Krasnojarsk, Nowosibirsk, so heißen die Millionenstädte tief im Osten, die sich Metro als Standorte Nummer 38, 39 und 40 in Russland ausgeguckt hat – angelockt von der wachsenden Kaufkraft der Bevölkerung. 2001 war der Metro-Konzern in Moskau gestartet und dann ins Umland der russischen Hauptstadt vorgedrungen.

So wie Metro expandieren viele deutsche Unternehmen verstärkt in die russischen Regionen. Lange Zeit zogen Moskau und St. Petersburg und deren näheres Umland den weitaus größten Teil der Direktinvestitionen an. „Moskau bleibt ohne Frage der Magnet in Russland, aber die Expansion findet heute zunehmend in den Regionen statt“, beobachtet Ulf Schneider, Chef der Beratungsgesellschaft Russia Consulting. Siemens startet neue Großprojekte in dem Land „grundsätzlich nur in den Regionen“, erläuterte Dietrich Möller, Chef von Siemens Russia, vorige Woche auf der Handelsblatt-Jahrestagung „Russland“ in Berlin.

Boomende neue Zentren bilden sich etwa in Jekaterinenburg im Ural, in Krasnojarsk oder Irkutsk am Baikalsee (siehe Grafik). Die Städte wachsen wegen der zunehmenden Landflucht kräftig. Die südliche Region um die Stadt Sotschi mausert sich zur Touristenregion, dort werden die Olympischen Winterspiele 2014 ausgerichtet. Auch in den weiteren Umkreis von Moskau fließen viele neue Direktinvestitionen.

Weil das Land immensen Bedarf an Maschinen und Anlagen hat, bauen nicht nur Konzerne, sondern auch Mittelständler ihre Präsenz aus, bestätigt die Deutsch-Russische Außenhandelskammer. Das kräftigste Wachstum erwarten die Experten in der Steuerungs- und Regelungstechnik und bei Anlagen zur Stromerzeugung. „Russland steckt im Strukturwandel von der Rohstoff- zur Innovations- und High-Tech-Wirtschaft“, sagt Siemens-Manager Möller. Gerade die Deutschen können von diesem Wandel profitieren, denn ihre Produkte haben in Russlands Regionen einen guten Ruf.

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