Russlands Reichste kommen ins Schlingern
Absturz der Oligarchen

Der russische Großinvestor Suleiman Kerimow hat offenbar Probleme, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen in London erfuhr, war es Kerimow in den vergangenen Tagen nicht möglich, seine sogenannten "Margin Calls" zu zahlen. Hierbei handelt es sich um Nachschusszahlungen für den Fall, dass eine Sicherheit, etwa ein Wertpapier, unter einen bestimmten Wert fällt.

MOSKAU/DÜSSELDORF. Suleiman Kerimow hat bisher nur selten Schlagzeilen gemacht - dann aber richtig: so wie im November 2006. Da lenkt er einen angeblich geliehenen Ferrari Enzo - Listenpreis 670 000 Dollar - auf der "Promenade des Anglais" in Nizza so derb gegen einen Baum, dass der Flitzer in Flammen aufgeht. Er und seine Begleiterin, die bekannte russische TV-Schönheit Tina Kandelaki, kommen gerade noch einmal so davon.

Kerimow gehört zu den geheimnisvollsten und verschlossensten Gestalten unter den russischen Oligarchen. Und bisher schien es, als könne er mit seiner Firma GNK, der ehemaligen sowjetischen Ölhandelsgesellschaft Nafta Moskwa, wieder das nötige Quäntchen Glück haben, um dem Schicksal einiger russischer Milliardärskollegen zu entgehen, die durch die Finanzkrise ins Straucheln geraten. Denn die Schockwellen von der Wall Street haben das Zeug, den gesamten russischen Oligarchenstand durchzurütteln. Am Ende dürfte vor allem ein Gewinner übrigbleiben: der Staat und seine Diener in der Wirtschaft.

Der in Dagestan geborene Kerimow, dessen Vermögen die alte Forbes-Liste von Beginn des Jahres auf 17 Milliarden Dollar beziffert, hatte sein Geld vor allem mit Aktien verdient, indem er Kredite der staatlichen Sberbank zum Kauf von Gazprom - und Sberbank-Papieren verwendete. Im Juni verkaufte er dann angeblich diese Anteile für geschätzte 15 Milliarden Dollar. Dann machten allerdings Gerüchte die Runde, er habe einen Gutteil des Gewinns verwendet, um bei Fortis und der Deutschen Bank einzusteigen.

Doch wohin auch immer der 42-Jährige seine Milliarden verschoben hat, er könnte sich erheblich verzockt haben. Und nun hat er offenbar Probleme, Kredite zu bedienen, die er mit seinen Aktien gesichert hat.

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