RWE verlängert Vertrag: Terium bleibt fünf Jahre länger an der Spitze

RWE verlängert Vertrag
Terium bleibt fünf Jahre länger an der Spitze

Der Niederländer Peter Terium erhält beim Energiekonzern RWE einen neuen Vertrag. Der Vorstandschef bleibt nun bis zum Jahr 2021. Der Aufsichtsrat sieht erste Erfolge bei der Neuaufstellung des Unternehmens.
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EssenDer Versorger RWE sucht mit einer Vertragsverlängerung von Vorstandschef Peter Terium Ruhe in den stürmischen Zeiten der Energiewende. Der Aufsichtsrat verlängerte am Mittwoch den Vertrag des Niederländers vorzeitig bis 2021. „In dieser Phase braucht das Unternehmen langfristige Kontinuität und Verlässlichkeit an der Konzernspitze“, erklärte Aufsichtsratschef Manfred Schneider. Terium hatte 2012 die Nachfolge von Jürgen Großmann angetreten. Am 10. März präsentiert er die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr.

Mit dem Wechsel vom gerne mal lospolternden Stahlunternehmer Großmann zu dem zurückhaltend und stets kontrolliert auftretenden Terium vollzog RWE auf der Führungsebene einen klaren Schnitt. Der von Kritikern als )„Atom-Rambo“ bezeichnete Großmann hatte sich auch nach der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 für die Kernenergie in die Bresche geworfen und dabei auch keinen Konflikt mit der Bundesregierung gescheut. Terium akzeptierte hingegen das bis 2022 geplante Aus von Meilern wie Biblis oder Gundremmingen und richtete den Blick nach vorne.

„RWE will Teil der Energiewende sein“, kündigte der heute 51-Jährige an. Der Manager zog Atomkraftprojekten des Konzerns im Ausland den Stecker, so etwa den Überlegungen zum Bau neuer Meiler mit E.ON in Großbritannien. An den unter Großmann eingeleiteten Atomklagen gegen die Bundesregierung hält Terium jedoch fest, weil sie im Erfolgsfall Milliardensummen in die klammen Kassen des Konzerns spülen könnte. „Terium kann auch harte Entscheidungen treffen“, sagen Weggefährten. Sein ruhiges Auftreten sollte nicht darüber hinwegtäuschen. Privat sucht der Vegetarier die Entspannung unter anderem bei Yoga-Übungen.

Der Vater zweier Kinder ist seit 2003 bei RWE und hatte 2009 unter Großmann die rund acht Milliarden schwere Übernahme des niederländischen Versorgers Essent organisiert. Während RWE damals noch gut bei Kasse war, drücken den Konzern inzwischen Schulden in Höhe von 31 Milliarden Euro. RWE machen wie der gesamten Branche die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Ursache hierfür sind der Ausbau des Ökostroms und Überkapazitäten bei den Kraftwerken. „Die konventionelle Stromerzeugung ist auf dem Rückzug – nicht nur bei RWE“, sagt Terium und legt reihenweise Kraftwerke still.

Der RWE-Chef, ein gelernter Wirtschaftsprüfer, kontert die Einbußen unter anderem mit Kostensenkungen und setzt auf die Einnahmen aus dem Netz-, Vertriebs- und Handelsgeschäft. Zu dem will er mit Energiedienstleistungen und Produkten zur Energieeinsparung neue Einnahmequellen erschließen. Die Sparmaßnahmen im Konzern und den Abbau Tausender Stellen setzte er gemeinsam mit dem seit 2013 amtierenden Personalvorstand Uwe Tigges durch – dem früheren Konzernbetriebsratschef. Der Aufsichtsrat verlängerte jetzt seinen Vertrag bis Ende 2020.

„Der RWE-Konzern befindet sich nach wie vor in schwierigem Fahrwasser“, betonte Aufsichtsratschef Schneider. In der kommenden Woche legt Terium die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Trotzt weiterer Einbußen beim operativen Gewinn dürfte unter dem Strich eine schwarze Zahl stehen. 2013 hatte Terium nach hohen Abschreibungen auf Kraftwerke einen Rekordverlust von 2,8 Milliarden Euro eingefahren. Der Vorstandschef brachte gerade gegen politischen Widerstand den rund fünf Milliarden Euro schweren Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea an russische Investoren über die Bühne. Dies dürfte seine Position ebenso weiter gefestigt haben wie die nach Reuters-Informationen geplante Beibehaltung der Dividendenhöhe von einem Euro je Aktie für 2014. Darauf hatten insbesondere die kommunalen Anteilseigner gedrängt, die rund 24 Prozent an dem Versorger halten und auch im Aufsichtsrat sitzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zitat aus dem Artikel: "Peter Terium hat langfristige Projekte angestoßen, die von erheblicher Bedeutung für die Optimierung des Konzerns in den nächsten Jahren sind“, erklärte Aufsichtsratschef Manfred Schneider. Erste Erfolge seien bereits sichtbar." Diese Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden klingt eher nach Eigenlob. Nichts Konkretes außer einer sehr gewagten Annahme. Wie sehen denn die ersten Erfolge aus? Welche langfristigen Projekte? Deutschen Energieversorgern mangelt es vor allem an einer Strategie, wie es weitergehen soll. Jahrzehntelange Monopolstellung haben jegliche Flexibilität und Rentabilität aufgrund der heutigen Situation gekostet. 90% der Managementposten müßten liquidiert und anschließend durch 25% fähige Manager ersetzt werden. Wohlgemerkt sind damit nicht jene skrupellosen "Ars....öcher" gemeint, die ihre Mitarbeiter drangsalieren, wegmobben und obendrein Blender sind.

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