Sainsbury-Chef Justin King
Ein Tempomacher fährt Hybrid

Justin King hat der Supermarktkette Sainsbury zu steigendem Umsatz und Marktanteil verholfen. Nun wird dem erfolgsverwöhnten Geschäftsmann eine weitere Ehre zuteil. Als Helfer für Olympia 2012 kann der Sainsbury-Chef weiter an seinem öffentlichen Profil feilen. Mit „Marks & Spencer“ könnte King bereits ein nächstes Ziel ausgemacht haben.

LONDON. Justin King, CEO der Supermarktkette Sainsbury, ist zu unerwarteten Ehren gekommen. King sei ein Vorbild für britische Mädchenschulen, sagte die Präsidentin von deren Interessenvereinigung, Vicky Tuck, in der „Times“. Sie empfahl King ihren Schulrektorinnen als Leitfigur. Die Methoden, mit denen er die marode Ladenkette zu neuer Größe führte, seien jene, mit denen Lehranstalten ihre Zukunft sichern könnten.

King dürfte das gefreut haben. Denn Eltern, die ihre Töchter auf eine Mädchenschule schicken, sind genau seine Zielgruppe. Während sich Konkurrenten entweder auf eine Hochpreis-Strategie mit Bio-Ware oder auf einen Preiskampf verlegten, bekannte King sich 2004 trotzig dazu, die Mittelklasse zu bedienen – mit guter Qualität zu vernünftigen Preisen. Analysten hielten das für Hochmut, eine Eigenschaft, die man dem vor Selbstbewusstsein strotzenden King leicht zuschreiben kann. Doch er behielt recht: Nach 14 Jahren sinkender Marktanteile steigen Umsatz und Marktanteil der drittgrößten britischen Supermarktkette nach Tesco und Asda.

Auch Londons Bürgermeister ist beeindruckt. Boris Johnson hat King als seinen Beauftragten in das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele 2012 berufen.

King ist einer, der mitreißt, ein sportlicher Endvierziger mit strahlend blauen Augen, der bei Präsentationen lieber die Bühne auf und ab tigert, als hinter einem Pult zu stehen. Widerstände und Zweifel spornen ihn an, er gibt sich volksnah, lässt sich in der Firma von allen beim Vornamen nennen. Doch sein Olympia-Ehrenamt trägt ihm nicht nur Bewunderung ein. Analyst Greg Lawless vom Brokerhaus Blue Oar ätzt, dass King sich einen Adelstitel verspreche, für Sainsbury aber nichts herausspringen werde. In der Krise jedoch gehöre der Kapitän an Deck. Erst recht, da schon Sainsbury-Chairman Sir Philip Hampton als neuer Chairman der Royal Bank of Scotland mit der Rettung der zweitgrößten britischen Bank beschäftigt sei.

Diese Kritik perlt an King ab. Einen halben Tag im Monat werde er sich um den Sport kümmern – mehr nicht. Er will „das Erlebnis Olympia für die Kunden optimieren“: „Ich weiß, dass sich die Leute daran reiben, wenn ich von Kunden spreche, aber genau das werden die Besucher sein.“ Auch bei der Suche nach Sponsoren will er helfen. Erfahrungen mit Leistungssport hat er nicht. Er ist Fan des Fußballclubs Manchester United und geht mit der Familie gern segeln.

Seite 1:

Ein Tempomacher fährt Hybrid

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%