Sainsburys neuer Chef hat ein schweres Amt
Verlierer im Ostereier-Krieg

Er wusste, dass es kein leichter Job wird. Doch was Justin King in den ersten zwei Amtswochen als neuer Chef der britischen Supermarktkette Sainsbury erlebte, war ein hartes Stück Arbeit.

LONDON. Erst musste er seinen Job mit einer Gewinnwarnung starten, dann verunsicherten Gerüchte über Kaufinteressenten den Betrieb. Dazu Probleme bei der Expansion und eine Neuordnung des Managements.

Der 42-Jährige, der zuvor eher unspektakulär, aber erfolgreich die Lebensmittelsparte von Marks & Spencer geführt hatte, wird sich über Ostern sicher gefragt haben, ob sein Wechsel auf den Chefsessel bei Sainsbury richtig war. Finanziell lohnt es sich: King hat sein Gehalt auf einen Schlag fast verdoppelt. Er bekommt nun umgerechnet eine Million Euro im Jahr – plus Aktienoptionen in gleicher Höhe.

Für den forschen Briten hat sich vor allem aber ein Karrieretraum erfüllt: Seit 20 Jahren hat sich King in der Lebensmittel- und Supermarktwelt nach oben gearbeitet. Für ihn ist der Chefsessel bei dem 135 Jahre alten Traditionsnamen Sainsbury nun aber die Krönung seiner Laufbahn. Bemerkenswert: Dabei ist er erstaunlicherweise unbekannt geblieben, Details aus seinem Privatleben gibt es nicht, der Branchentratsch erwähnt ihn nur selten.

Im Gegensatz zu Sainsbury: Um den Supermarktriesen ist es seit Jahren nicht mehr gut bestellt. Noch Mitte der 90er war Sainsbury der größte Lebensmittelhändler im Land. Heute rangiert die Marke hinter Marktführer Tesco und Asda (Wal-Mart) nur noch auf Rang drei. Zugleich wird King’s Reich von Morrison bedrängt, das nach dem Kauf von Safeway stark geworden ist.

Zwar kann nach dem Kartellrecht kein Konkurrent die Kette übernehmen. Doch lauern schon Private- Equity-Firmen darauf, sich die 463 Supermärkte einzuverleiben.

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