Sal. Oppenheim: Eingeholt von der Vergangenheit

Sal. Oppenheim
Eingeholt von der Vergangenheit

Die Ex-Eigentümer und-Manager der Privatbank Sal. Oppenheim bekamen gestern auch in ihren Villen ungebetenen Besuch von der Polizei. In dem Wirtschaftskrimi geht es um Kredite übere 680 Millionen Euro - und noch mehr.
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FRANKFURT. In einem der exklusivsten Villenviertel Deutschlands, in Köln- Hahnwald, bremsten gestern Morgen mehrere Fahrzeuge im Wieselweg. Aus den Autos stiegen Polizisten, Staatsanwälte, Wirtschaftsreferenten und Steuerfahnder. Ihr Ziel: die Villa von Matthias Graf von Krockow. Im luxuriösen Domizil des ehemaligen Sprechers der persönlich haftenden Gesellschafter von Sal. Oppenheim suchen sie gezielt nach Unterlagen, nach Gesprächsnotizen und E-Mails, die ihren Verdacht erhärten, dass bei der Kreditvergabe der Privatbank an die Karstadt-Quelle-Eignerin Madeleine Schickedanz und andere nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Der Vorwurf: Verdacht auf Untreue im besonders schweren Fall. Geht es vor Gericht, drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Doch nicht nur den aus einer alten pommerschen Adelsfamilie stammenden Graf Krockow trifft es. Was die Staatsanwaltschaft Köln in dürren Worten in einer Pressemitteilung beschreibt, ist die Fortsetzung eines der größten Wirtschaftskrimis der Nachkriegszeit. Seit März dieses Jahres läuft ein Ermittlungsverfahren gegen frühere Verantwortliche des Bankhauses Sal. Oppenheim.

Bundesweit wurden gestern 13 Wohnungen, Häuser und Büroräume durchsucht. An der Razzia beteiligten sich rund 50 Polizeibeamte, zehn Steuerfahnder sowie jeweils acht Staatsanwälte und Wirtschaftsreferenten. Ihr Ziel: Objekte im Kölner Raum, aber auch in Süddeutschland und in Hessen. So weit die nackten Zahlen. Gesucht wurde "weiteres Material zum Fall", wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

Was der Sprecher "Fall" nennt, begann im März, als ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet wurde. Zu Details äußert sich die Ermittlungsbehörde zwar nicht. Aber es ist klar, worum es geht: um Kredite über 680 Mio. Euro, die nicht ausreichend auf Sicherheiten geprüft wurden und an einen Teil der Gesellschafter gingen. Damit nicht genug, die Banker sollen sich die Darlehen zum Teil ohne Sicherheiten und zu Zinssätzen von 1,5 Prozent gewährt haben.

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