Sal. Oppenheim-Vergleich
Lichtblick für Thomas Middelhoff

Nach jahrelangem Rechtsstreit schließt der einstige Top-Manager Thomas Middelhoff einen Vergleich mit der Privatbank Sal. Oppenheim, wie das Handelsblatt exklusiv erfuhr. Grund zur Freude haben auch seine Gläubiger.

DüsseldorfGefängnisstrafe, Privatinsolvenz – erst gestern machte die Meldung vom Ehe-Aus die Runde. Thomas Middelhoff sorgte in letzter Zeit vornehmlich für negative Schlagzeilen. Doch nun gibt es einen Lichtblick für den tief gefallenen früheren Chef des Medienkonzerns Bertelsmann und der Warenhauskette Arcandor (zuvor: Karstadt-Quelle).

Handelsblatt-Informationen zufolge hat sich Middelhoff mit dem Bankhaus Sal. Oppenheim auf einen Vergleich geeinigt und so einen jahrelangen Rechtsstreit beigelegt. Sal. Oppenheim bestätigte den Vergleich auf Anfrage. Middelhoffs Anwalt Hartmut Fromm war für das Handelsblatt nicht zu erreichen.

Middelhoff klagte gemeinsam mit seiner (Noch-) Ehefrau gegen die Privatbank, die inzwischen Tochter der Deutschen Bank ist. Wie einige andere Multimillionäre hatte das Ehepaar in Immobilienfonds investiert, die Sal.Oppenheim mit dem Bauunternehmer Josef Esch als Steuersparkonzept für Reiche angepriesen hatte. Diese Papiere waren später stark in die Verlustzone geraten.

Middelhoff fühlt sich falsch beraten. Man habe ihn nicht hinreichend auf die Risiken der Immobiliendeals hingewiesen. Der Streitwert beträgt 30 Millionen Euro. Die Privatbank forderte im Gegenzug Millionen von den Eheleuten aus einem nicht zurückgezahlten Kredit.

Eigentlich sollte im Oktober das Urteil verkündet werden. Doch die Streithähne kamen Richter Stefan Singbartl zuvor. Details zu dem Deal nannten die Parteien nicht.

Grund zur Freude dürften auch Middelhoffs Gläubiger haben: Insidern zufolge erhält Middelhoff Geld von Sal. Oppenheim. Da der 63-Jährige im vergangenen Jahr Privatinsolvenz angemeldet hat, fließt das Geld in die Insolvenzmasse.

Zahlreiche Gläubiger haben mit Middelhoff noch eine Rechnung offen. Da ist etwa Berater Roland Berger, der sieben Millionen Euro fordert. Da ist der Immobilienfonds Gewobag (Forderung: knapp eine Million Euro), der Middelhoff die Piaget-Armbanduhr vom Arm pfänden ließ. Da sind die Sparkasse Köln-Bonn und der Arcandor-Insolvenzverwalter. Und auch Josef Esch will 2,5 Millionen Euro zurück. Zu den Gläubigern zählen zudem Bedienstete Middelhoffs.

Das Bankhaus Sal. Oppenheim kann er von der Liste streichen.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team
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