Samsung-Erbe
Zwölf Jahre Haft für Lee Jae-yong gefordert

Dem Erben des südkoreanischen Samsung-Konzerns droht eine lange Gefängnisstrafe. Die Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft für Lee Jae-yong, der eine Vertraute von Ex-Präsidentin Park bestochen haben soll.
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SeoulIm Zusammenhang mit dem nationalen Korruptionsskandal in Südkorea hat die Staatsanwaltschaft eine mehrjährige Haftstrafe für den Samsung-Erben Lee Jae-yong verlangt. Der De-facto-Chef des Elektronikkonzerns solle wegen Bestechung und anderer Vergehen verurteilt und deshalb für zwölf Jahre ins Gefängnis geschickt werden, erklärte die Anklage am Montag vor einem Gericht in Seoul. Lee setzte sich mit emotionalen Worten zur Wehr und sagte, er habe niemals versucht, politische Gefälligkeiten zu erhalten.

Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft und den Schlussbemerkungen Lees geht der viermonatige Prozess zu Ende. Der 49-Jährige war im Februar angeklagt worden. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, im Gegenzug für die Unterstützung der Regierung bei einer Firmenfusion einer engen Freundin der früheren Staatspräsidentin Park Geun-hye Bestechungsgelder in Höhe von 43 Milliarden Won (rund 33 Millionen Euro) angeboten zu haben.

Die drei zuständigen Richter in Seoul wollen am 25. August ihr Urteil fällen. Im Falle einer Verurteilung könnten Lee mindestens fünf Jahre Gefängnis drohen.

Lee ist der Sprössling der reichsten Familie Südkoreas und übernahm de facto die Führung bei Samsung, nachdem sein Vater Lee Kun-hee im Mai 2014 erkrankt war. Er hat alle Anschuldigungen zurückgewiesen und sich öffentlich vom mittlerweile aufgelösten strategischen Büro distanziert, das die Fusion beaufsichtigt hatte.

Am Montag sagte Lee, die Tortur, die er durchleben müsse, sei ungerecht. Er habe während der vergangenen sechs Monate in Untersuchungshaft jedoch Zeit zum Nachdenken gehabt und realisiert, dass die Erwartungen der Öffentlichkeit und der Gesellschaft umso strenger und höher geworden seien, je größer Samsung geworden sei. Er versicherte: „Ob es für meinen persönlichen Profit oder für mich selbst war, habe ich die Präsidentin niemals um irgendwelche Gefallen gebeten.“

In seinem Plädoyer sagte Sonderstaatsanwalt Park Young-soo, Samsungs mutmaßliche Bestechung sei typisch für die korrupten und eng verwobenen Beziehungen zwischen der südkoreanischen Regierung und den Großunternehmen des Landes gewesen. Samsung-Mitarbeitern warf er vor, in ihren Aussagen gelogen zu haben, um Lee zu schützen.

Enge Kontakte zwischen der Regierung und Großkonzernen haben dem schnellen wirtschaftlichen Aufstieg Südkoreas gedient. Inzwischen hat die Öffentlichkeit jedoch zunehmend Anstoß daran genommen.

Das Bekanntwerden des Korruptionsskandals hatte im vergangenen Jahr monatelange Massenproteste in Südkorea hervorgerufen. Präsidentin Park verlor im Zuge des Skandals um ihre Vertraute Choi Soon-sil ihr Amt und wird ebenso wie Choi in einem separaten Prozess strafrechtlich verfolgt.

Unabhängig davon bestätigte die südkoreanische Polizei am Montag, dass es Ermittlungen gegen Lees Vater gebe. Die Untersuchungen drehen sich um Vorwürfe der Veruntreuung und des Verstoßes gegen ein Steuergesetz.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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