„Sandy“ Crombie muss beim Versicherer aufräumen: Übergangs-Chef für Standard Life

„Sandy“ Crombie muss beim Versicherer aufräumen
Übergangs-Chef für Standard Life

Er hatte alles andere als einen Bilderbuchstart. „Ich hätte mir bessere erste Tage vorstellen können“, räumt denn auch Alexander „Sandy“ Crombie ein. Aber tapfer fügt der 54-Jährige hinzu, er fühle sich geehrt, an der Spitze des schottischen Konzerns Standard Life zu stehen.

LONDON. Er war gerade am vergangenen Dienstag zum Vorstandschef ernannt worden, da krachte es schon überall: Die Finanzaufsicht forderte Beweise für die Solvenz der größten europäischen Versicherung auf Gegenseitigkeit. Wild wuchernde Gerüchte zwangen den Konzern dazu, den Handel in eigenen Anleihen zu unterbrechen. Und Crombie musste einer skeptischen Öffentlichkeit erklären, warum sich der Versicherer nach vielen Jahren ausgerechnet jetzt offen zeigt für einen Börsengang, wo die Bewertung des 178-jährigen Traditionsvereins auf dem Tiefpunkt ist. Obendrein versuchte der Neue noch, den Abgang seines Vorgängers Iain Lumsden vorteilhafter darzustellen, als er tatsächlich war.

Bleibt die Frage, wie lange sich Crombie selbst an der Spitze halten kann. Schon für andere Spitzenmanager wären solche Aufgaben nicht leicht zu bewältigen. Bei Crombie jedoch fragen sich Beobachter in der City, ob hier der richtige Mann zur rechten Zeit kommt. Zwar wäre der grau melierte und leise sprechende Schotte von seinem Naturell her bestens geeignet – nach eigenen Angaben bringen ihn nur seine beiden Töchter im Teenager-Alter dazu, schon mal die Fassung zu verlieren.

Doch Crombie ist nicht der Mann, der unbedingt frischen Wind in das Unternehmen bringt, das aus Edinburgh so wenig wegzudenken ist wie das über der Stadt thronende Schloss. Er hat Zeit seines Lebens in Diensten der Versicherung gearbeitet. Crombie begann als 17-Jähriger ohne Universitätsabschluss eine Ausbildung zum Versicherungsmathematiker und arbeitete sich von dort bis zum Chef über 15 000 Mitarbeiter und verwaltete Anlagen im Wert von mehr als 86 Milliarden Pfund empor.

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