SAP gegen Oracle
Vorsicht, Explosionsgefahr!

Im Prozess um Datenklau und Industriespionage zwischen dem Software-Unternehmens Oracle und seinem Erzrivalen SAP sagt der Oracle-Chef am heutigen Freitag, spätestens aber am Montag höchstpersönlich aus. Eine Bühne, ganz nach seinem Geschmack.
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FRANKFURT. Er will siegen, er muss es einfach. Larry Ellison, Gründer und Chef des Software-Unternehmens Oracle, zieht es magisch aufs Treppchen, ob im Geschäft oder beim Segeln. Am heutigen Freitag, spätestens aber am Montag, hat der wortgewaltige Stänkerer der Software-Branche wieder Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Persönlich will er im Gerichtssaal gegen seinen Erzrivalen SAP aussagen - eine Bühne, ganz nach seinem Geschmack.

Seit Montag läuft der Prozess, bis jetzt war vieles Vorgeplänkel. Die Jury wurde gebildet, die Anwälte starteten ihre Eingangs-Statements. Erste Zeugen wurden bereits vernommen, doch mit dem 66-jährigen Ellison im Zeugenstand wird die Aufmerksamkeit explodieren.

Es geht um Datenklau und Industriespionage. SAP soll über die mittlerweile geschlossene Tochter Tomorrow Now Daten von Oracle entwendet haben. Ein gnadenloser Fehlgriff. Und eine Steilvorlage für einen neuerlichen Angriff von Ellison. Er werde beweisen, dass Leo Apotheker, bis Februar 2010 Chef von SAP, von allem gewusst habe. SAP dementiert hart.

Doch das dürfte Ellison kaum beeindrucken. Mit seiner ganzen Autorität und Verbal-Macht wird er heute versuchen, SAP und Apotheker - seit Wochenbeginn Chef von Hewlett-Packard - in eine Ecke mit Schwerverbrechern zu stellen. Daran wird wohl auch die Tatsache nichts ändern, dass sich die Streitparteien in ersten Punkten annähern. Ellison ist bekannt und berüchtigt für seine Attacken. Die Produkte von IBM nannte er mal ein "Stück Scheiße". SAP versprach er einst den "nuklearen Winter".

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