SAP-Gründer
Klaus Tschira ist immer noch Revolutionär

Klaus Tschira ist Unternehmer-Legende. Vor 37 Jahren hat er SAP mitgegründet. Eine Zeit lang war er vom Bildschirm verschwunden. Nun baut Tschira an einem neuen Software-Konzern, der das Datenchaos in Unternehmen ordnet.

HEIDELBERG. Klaus Tschira hat alles erreicht. Als er vor 37 Jahren mit seinen Kollegen Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Clause Wellenreuther und Hans-Werner Hector die Softwarefirma mit dem nüchternen Namen "Systemanalyse und Programmanalyse" - kurz SAP - gründete, schrieb er ein Stück Industriegeschichte. Die Firma ist heute Europas größter Softwarekonzern und machte den 69-Jährigen zum Milliardär.

In den neunziger Jahren startete der promovierte Physiker sein "zweites Leben" als Stifter. Er gründete die Klaus-Tschira-Stiftung, die insbesondere die Naturwissenschaften fördert und rief die Forschungsinstitution European Media Lab ins Leben. Von der opulenten Villa Bosch, der ehemaligen Residenz des Chemie-Nobelpreisträgers und BASF-Chefs Carl Bosch hoch über dem malerischen Heidelberger Schloss, lenkt der Wohltäter sein gemeinnütziges Imperium.

Doch das reicht Tschira nicht aus. Der promovierte Physiker will es noch einmal wissen und baut an einem neuen Software-Konzern. Hat der visionäre Unternehmer eine neue Goldader entdeckt? Im Stundentakt brechen über Unternehmen Unmengen von E-Mails, Kommentare aus Foren, Blogs und andere Daten herein. Eine Betriebssoftware, die das Informationschaos ordnet, um Arbeitsprozesse zu optimieren, fehlt aber. Darin sehen Tschira und seine Partner einen riesigen Markt. Semantische Technologie heißt das Zauberwert der Zukunft.

In der Softwarebranche gilt die Nutzung und Verwaltung riesiger Datenmengen von Firmen als großes Wachstumsfeld. Hinter den Kulissen hat Tschira und seine Partner eine Unternehmensgruppe namens Attensity Group geschmiedet. Dazu gehören die frühere Bertelsmann-Softwareschmiede Empolis, Tschiras Krisen geschüttelte Karlsruher Firma Living-e und die Attensity Corporation aus dem Silicon Valley in Kalifornien. Mit seinen rund 350 Mitarbeitern kommt der selbst ernannte "Weltmarktführer" für semantische Technologie in diesem Jahr laut CEO Ian Bonner gerade auf 45 Mio. Dollar. Die neue Unternehmensgruppe werde bereits im ersten Jahr profitabel sein.

Seite 1:

Klaus Tschira ist immer noch Revolutionär

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%