SAP
Software-Riese SAP will sich radikal verjüngen

Die Verträge von vier altgedienten SAP-Vorständen laufen aus: Für den Forschungschef des weltgrößten Anbieters von Firmensoftware, Peter Zencke, könnte schon dieses Jahr Schluss sein. Nach Informationen von SAP-Kennern wollte er eigentlich schon vor zwei Jahren aussteigen.

FRANKFURT. Verunsicherung und angespanntes Warten im nordbadischen Walldorf. Der Vorstand von SAP, dem weltgrößten Anbieter von Firmensoftware, steht in den kommenden Monaten vor einer radikalen Verjüngungskur. Vier von den derzeit sieben Vorstandsmitgliedern zählen zu den alten SAPlern, deren Abschied in absehbarer Zeit bevorsteht. Erste Entscheidungen wird der Aufsichtsrat wahrscheinlich auf seiner Sitzung Anfang April treffen.

„Viele SAP-Vorstände haben fast zur gleichen Zeit angefangen und wollen nun auch alle zur gleichen Zeit aufhören. Das wird für SAP eine echte Herausforderung“, beschreibt ein früherer SAP-Manager die aktuelle Situation. Gleichzeitig wolle man das Thema im Aufsichtsrat nach den Erfahrungen mit dem ehemaligen Technikvorstand Shai Agassi behutsam angehen und arbeite an einem gleitenden Übergang.

Agassi galt als Nachfolger von SAP-Chef Henning Kagermann, 60. Er war aber Anfang vergangenen Jahres ausgeschieden, nachdem klar war, dass Kagermann seinen Vertrag noch einmal verlängern würde.

Die dringendste Personalie ist die von Forschungs- und Entwicklungschef Peter Zencke. Er ist seit 1984 bei SAP und seit 1993 im Vorstand. Sein Vertrag läuft in diesem Jahr aus. In Walldorf geht man davon aus, dass er aufhören wird. „Eigentlich wollte er schon vor zwei Jahren aussteigen, aber die neue Mittelstandssoftware Business by Design hat ihn noch mal voll motiviert. Das ist nun erledigt“, sagt ein Insider.

Im kommenden Jahr läuft dann der Vertrag von Kagermann aus. Hier zeichnet sich immer deutlicher Vertriebsvorstand Léo Apotheker als Nachfolger ab. Um einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen, wird er in wenigen Tagen wahrscheinlich vom Aufsichtsrat zum gleichberechtigten Vorstandssprecher neben Kagermann berufen. Kagermann werde dann Aufgaben an Apotheker abgeben, heißt es.

Etwas mehr Zeit bleibt den zwei anderen langgedienten in der Managementspitze. Die Verträge von Personalvorstand Claus Heinrich und Servicevorstand Gerhard Oswald laufen noch bis 2010. Doch die meisten in Walldorf sind davon überzeugt, dass auch hier bereits an Nachfolgeregelungen gearbeitet wird. „Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben, auch in der Führungsebene darunter“, sagt ein SAP-Mitarbeiter.

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