Sat-1-Chef Matthias Alberti
2,12 Meter, Schuhgröße 50

Matthias Alberti wird neuer Sat 1-Chef. Der Schweizer Roger Schawinski verlässt den Sender im Tief. Über den Kampf um Quoten ist der lebensfrohe Fernsehmann, der 1998 mit Tele 24 den ersten landesweiten privaten TV-Sender in der Schweiz aus der Taufe hob, offensichtlich seines Amtes müde geworden.

BERLIN. Der Himmel über Berlin ist grau, als der Chef pünktlich um zehn Uhr sein Team in der Zentrale von Sat 1 zusammentrommelt. Die 120 Mitarbeiter, die sich zu Arbeitsbeginn in der Glaskuppel über den Dächern der Hauptstadt versammeln, interessieren sich wenig für den malerischen Blick hinüber zum Außenministerium. Alle Augen ruhen auf Roger Schawinski.

„Ich mache es journalistisch“, sagt er. „Zuerst die Headlines: Ich gehe, und hier ist der Neue.“ Der 61-jährige Senderchef, im anthrazitfarbenen Anzug, das Hemd zwei Knöpfe geöffnet, deutet auf seinen Unterhaltungschef und Stellvertreter, Matthias Alberti, der neben ihm steht. In einer E-Mail an alle Mitarbeiter schreibt Schawinski über seinen Nachfolger: „Er ist ein Teamplayer, ein sehr kreativer und gleichzeitig rationaler Mensch. Einen besseren neuen Chef konnte Sat 1 nicht bekommen.“

Der Chefwechsel beim größten Sender des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 kam am Mittwoch nicht überraschend. Denn Sat 1 befindet sich im Quotentief – schon länger. Und Schawinski gelang es trotz aller Mühe nicht, daran etwas zu ändern. In Gesprächen ließ er immer mal durchblicken, dass seine Zeit bei Sat 1 endlich sei. „Es war niemals langweilig, nicht immer leicht, aber es war ein Traumjob“, sagt er zum Abschied. Er bleibt dem Haus als Berater erhalten.

Auf den neuen Chef Alberti wartet viel Arbeit. Er muss den Marktanteil von Sat 1 nach oben schrauben. In den ersten drei Quartalen erreichte der Sender in der werberelevanten Zielgruppe nur 11,5 Prozent der Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren. Das waren 0,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Am Mittwoch dämpfte der 43-Jährige mit der hohen Stirn erst einmal die Erwartungen. „In diesem Jahr werden wir den Zuschauermarktanteil von zwölf Prozent nicht erreichen, nicht zuletzt wegen der Fußball-WM im Sommer“, sagte Alberti dem Handelsblatt. Zuletzt hatte der Schwestersender Pro Sieben den Berliner Kanal in der Zuschauergunst überholt. „Wir werden aber versuchen, im nächsten Jahr quotenmäßig zu wachsen“, kündigte der neue Chef an.

In der Vorabendzeit hängt Sat 1 derzeit durch. So hat die einst so populäre Telenovela „Verliebt in Berlin“ in der Zuschauergunst verloren. RTL hatte in den vergangenen Monaten dem Berliner Kanal vielfach den Rang abgelaufen. „Es ist klar, dass wir im Vorabend etwas tun müssen“, räumte Alberti ein. Sowohl RTL als auch Vox können bei den deutschen Zuschauern seit langem mit der amerikanischen Serie „CSI“ punkten.

Trotz der Quotenmisere – die Geschäftszahlen sind in diesem Jahr bislang gut. Sat 1 profitiert wie andere Privatsender von der Erholung des Werbemarktes. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz von Sat 1 um sieben Prozent auf 598 Millionen Euro. Außerdem verdiente der Sender deutlich mehr Geld: Das Ergebnis vor Steuern kletterte um 46 Prozent auf knapp 127 Millionen Euro.

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