Schadensersatz für Anleger
Sammelklagen verzögern sich

Die seit dem 1. November erlaubten Musterverfahren bei Schadensersatzklagen von Anlegern gegen Fondsinitiatoren oder Aktiengesellschaften kommen nur mühsam in Gang.

Anfang Juni führte das Klageregister des elektronischen Bundesanzeigers (www.ebundesanzeiger.de) 29 Anträge auf Musterverfahren auf, 20 davon im Telekom-Prozess. Laut Gesetz kommt ein Verfahren zu Stande, wenn binnen vier Monaten nach dem ersten Antrag neun weitere zum selben Zweck eingehen.

In Sachen Telekom war das Soll am 17. Februar erfüllt - seitdem herrscht Funkstille, das Landgericht Frankfurt hat die Klagen noch nicht ans Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) weitergeleitet. OLG-Richter Wolfgang Weber erwartet aber, dass es "in den nächsten Wochen" so weit ist. Offenbar kam es zu der Verzögerung, weil die Telekom beim Landgericht eine Verhandlung zu den Musteranträgen beantragt hatte. Bis der Musterkläger ausgewählt ist und das Verfahren beginnt, werden wohl noch Monate vergehen. Die Aktionäre werfen der Telekom vor, im Prospekt zur dritten Tranche des Börsengangs ihre Immobilien zu hoch bewertet zu haben.

Ein weiterer heißer Kandidat für ein Musterverfahren ist Informatec. Laut Klageregister sind bisher fünf Anträge eingegangen, der erste am 18. Mai. Die Aktionäre wollen klären, wie viel Zeit zwischen einer falschen Ad-hoc-Mitteilung und dem Aktienkauf vergangen sein darf, damit ihnen Schadensersatz von Ex-Vorständen zusteht. Der BGH hatte einem Aktionär 2004 Geld zugesprochen, der neun Wochen nach einer falschen Ad-hoc-Mitteilung gekauft hatte. Eine Zeitgrenze definierten die Richter nicht.

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