Schäden: Preise für Manager-Haftpflicht bröckeln

Schäden
Preise für Manager-Haftpflicht bröckeln

Berichte über Fälle von Managerhaftpflicht à la Daimler, Lufthansa oder VW sind zwar spektakulär, die Zahl der Schäden in dieser Sparte bewegt sich aber „in einem überschaubaren Rahmen“. Einer neuen Studie zufolge haben nur 16 Prozent der Befragten in den letzten zehn Jahren einen Schaden gemeldet.

lie KÖLN. Zu diesem Ergebnis kommen das Beratungsunternehmen Towers Perrin und die Maklerfirma Ihlas & Köberich auf Basis einer für den deutschen Markt bisher einmaligen Umfrage unter deutschen Unternehmen, die heute veröffentlicht wird. Danach haben nur 16 Prozent der Befragten in den letzten zehn Jahren einen Schaden gemeldet.

Directors and Officers Liability, kurz D&O, heißt die Versicherung, die Manager, Aufsichts- und Beiräte gegen die finanziellen Folgen fahrlässig begangener Pflichtverletzungen schützt. Anders als Arbeitnehmer haften sie bei Fahrlässigkeit persönlich und unbeschränkt mit ihrem Vermögen. Dieses persönliche Haftungsrisiko lässt sich auch durch Klauseln im Anstellungsvertrag kaum mindern, weshalb es diese Policen in Deutschland seit den 90er-Jahren gibt.

Mit Blick auf viele gesetzliche Haftungsverschärfungen in den letzten Jahren und eine gewachsene Anspruchmentalität in der Bevölkerung warnen Versicherer vor steigenden Schadensersatzklagen. Höhere Preise können sie für diese wachsenden Risiken jedoch nicht durchsetzen. Wie aus dem Markt zu hören ist, bröckeln die Preise mit Ausnahme für Firmen, die in den USA engagiert sind. Daher dürfte das Prämienvolumen trotz gestiegener Nachfrage unverändert zwischen 300 und 400 Mill. Euro liegen. Die von Towers Perrin Befragten zahlten 2007 durchschnittlich 442 000 Euro Prämie.

Prämienvolumen, Schaden- und Kostenquoten oder die Zahl der Verträge, wie in anderen Sparten üblich, nennen die D&O-Versicherer nicht. Entscheidend für den Erfolg der Studie sei die Beteiligung von über zehn Prozent bei den Großunternehmen und AGs gewesen. Inwieweit die Untersuchung, wie behauptet, „repräsentativ und umfangreich“ ist, wird sich wohl erst in den nächsten Jahren zeigen. Towers Perrin will diese Daten nun jährlich erfassen. In den USA ist der D&O-Markt transparenter – dort erhebt Towers ähnliche Daten seit fast 30 Jahren.

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