Scheidung
Rosenkrieg ums Auto

Ums Auto gibt's nach einer Trennung häufig erbitterten Streit. Wie im Falle eines Paars aus dem Raum Düsseldorf:

Als die Ehe noch gut lief, hatte der Mann einen gebrauchten Ford Mondeo für 14 500 Euro auf Kredit gekauft. Zugelassen und versichert wurde der einzige Wagen des Paares auf seine Frau, die ihn für den Weg zur Arbeit in Köln brauchte. Gut zwei Jahre später, im Dezember 2004, trennten sich die beiden nach 34 Jahren Ehe. Kurz darauf verkaufte die Frau den Wagen für 5 200 Euro, weil sie inzwischen einen Kollegen gefunden hatte, der sie mit zur Arbeit nahm.

Doch ihr Exgatte forderte den Käufer auf, das Auto wieder herauszurücken: Auch wenn es auf sie zugelassen sei, hätte seine Ex nicht allein verkaufen dürfen, argumentierte er. Da er auch mit dem Wagen gefahren sei, etwa zur Tennishalle, zum Getränkemarkt oder in den gemeinsamen Urlaub, gehöre der Ford zum Hausrat, und der sei im Rahmen der Scheidung gesondert aufzuteilen.

Seine Exgattin hielt dagegen: Sie habe die alleinige Verfügungsgewalt. Das Auto sei auf sie zugelassen und auch zum weit überwiegenden Teil von ihr gefahren worden. Dass ihr Ex brav den Kredit abgezahlt habe, sei kein Argument, denn dafür habe sie andere Rechnungen übernommen.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf schlug sich auf die Seite des Mannes (II-2 UF 97/06): Das Auto gehöre zum Hausrat, die Frau hätte es nicht eigenmächtig verkaufen dürfen. Es komme nicht darauf an, wer das Fahrzeug öfter gefahren habe. Entscheidend sei, dass es auch für "Fahrten im familiären Bereich", also Einkäufe oder Urlaube, genutzt wurde.

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